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Freitag, 23. September 2022
Puh, draussen regnet es in Strömen als wir aufstehen. Schnell gehen wir frühstücken dann packen wir unsere Siebensachen und nehmen ein Taxi zum Flughafen. Pünktlich um 10.45h hebt die Maschine ab und bringt uns mit Rückenwind und einigen Hüpfern sicher zurück nach Skagway. Leider hatten wir heute fast keine Sicht, Regenschauer sind durch den Fjord gezogen. Es ist kalt, die Gipfel der Berge sind recht weit hinunter verschneit. Es wird wirklich Zeit, dass wir den Norden verlassen. In Skagway wollen wir etwas essen gehen aber leider hat bis auf ein Café nichts geöffnet. Die Stadt liegt sowieso im Tiefschlaf. Da kein Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt machen Läden und Restaurants gar nicht, oder erst nachmittags auf. Ein Bier bekommen wir, dann gehen wir zum Wohni um erst am späteren Nachmittag essen zu gehen.

Donnerstag, 22. September 2022
Wir hatten eine eingermassen ruhige Nacht auch wenn die Wände nicht gerade den Lärm abhalten und auch auf der Strasse einiges los war. Wir frühstücken und gehen als erstes los zur Luftseilbahn. Vor 10 Uhr ist hier noch nicht viel los. Heute liegt zudem nur ein Kreuzfahrtschiff im Hafen. Steil geht es nach oben, wir haben Glück, der Nebel verzieht sich bald als wir auf dem Berg ankommen. Wir gehen ein Stück laufen um die Aussicht auf den Kanal und Juneau zu geniessen. Trotz aufkommenden Schauern erhaschen wir schöne Blicke und fahren bald darauf wieder hinunter in die Stadt. Wir machen Siesta, gehen aber gegen Abend nochmal los um die russisch ortodoxe Kirche anzusehen und in einem indischen Restaurant zu schlemmen.

Mittwoch, 21. September 2022
Wir frühstücken und packen dann ein paar Sachen, heute fliegen wir nämlich nach Juneau. Wir sind gespannt, es hat die ganze Nacht gestürmt und auch heute Morgen weht noch ein heftiger Wind. Wie das wohl wird mit einer kleinen Maschine ein Spielball der Lüfte zu sein? Püntklich trifft die Maschine ein und schon bald ruft uns der Pilot persönlich auf um einzusteigen. Wir sind nur 5 Fluggäste, 7 hätten Platz. So schlimm wie wir es uns vorgestellt haben ist es nicht. Das Flugzeug macht zwar ein paar Hüpfer in der Luft aber das war nicht weiter schlimm. Die Sicht ist heute nicht schlecht auch wenn der Himmel wolkenverhangen ist. Wir haben auf jeden Fall schöne Blicke auf den Fjord mit seinen verschieden schillernden Wassern. Wenn ein Gletscherfluss auf Meerwasser trifft sieht man sehr gut, wie langsam sich die beiden Flüssigkeiten mischen. Nach 45 Minuten landen wir sicher auf dem Flughafen von Juneau. Juneau ist die Hauptstadt von Alaska. Es ist nur eine kleine Stadt aber sie liegt sehr hübsch an einem Kanal, mit dem Rücken an einen Berghang gebettet. Downtown glänzt mit über 100 Original Gebäuden in denen meist Souveniershops und Juwelierläden untergebracht sind. Es ist ein Anziehungspunkt für die grossen Kreuzfahrtschiffe. Heute liegen gleich drei von ihnen vor Anker. Entsprechend lebhaft geht es in den wenigen Strassen von Downtown zu. Wir beziehen unser Zimmer im Hotel Baranof und stürzen uns dann ins Getümmel. Die Sehenswürdigkeiten haben wir schnell gesehen, da es mal wieder anfängt zu regnen gehen wir früh essen und dann zurück ins Hotel.

Dienstag, 20. September 2022
Heute fahren wir noch einmal auf den White Pass Summit, diesmal aber mit dem Zug. Kurz vor Mittag steigen wir in einen Wagon und suchen uns einen Platz nah beim warmen Ofen. Das Bahntrasse windet sich auf der rechten Seite des Skagway River, eng an die steile Bergflanke geschmiegt, steil hinauf bis zum Pass auf 873 Meter Meereshöhe. Die Zugbegleiterin erzählt interessante Details zur Entstehung der Strecke. Wir bewundern die Ingenieursleistung von damals. Es war eine hohe Kunst um 1900 diese Strecke zu bauen. Sie führt über zwei Stahlbrücken und durch zwei Tunnel. Für 10 Millionen Dollar und das Leben von 35 Arbeitern bekamen die Menschen die Möglichkeit, ohne die Strapazen die die ersten Goldsucher auf sich nehmen mussten, die 177 Kilometer über die Berge bis Whithorse bequem im Sitzen zu überwinden. Die Strecke führt aber auch nah am Trail entlang, den die Stampeder 1898 benutzten um zum Pass und nach Kanada zu kommen. Das Tal ist eng und es gab nur einen schmalen Weg auf dem die Goldsucher ihr ganzes Equipment transportieren konnten. Die Kanadier hatten nämlich den Befehl gegeben, dass nur diejenigen die Grenze passieren durften, die die gesamten Vorräte für ein Jahr mit sich führten. Das war nötig, weil im hohen Norden nicht genug Lebensmittel und Ware für den täglichen Bedarf für so viele Menschen vorhanden war und auch nicht so schnell dorthin transportiert werden konnte. Diejenigen, die genug Geld und Material hatten, begannen den White Pass Sommer wie Winter mit Pferden zu begehen. Leider starben dabei geschätzt über 3‘000 Tiere an den harten Bedingungen. In Schnee und Eis an Erschöpfung oder weil sie von Millionen von Mücken so drangsaliert wurden, das sie durchgingen und in die Tiefe vielen. Es gibt eine Schlucht die nach diesen Ereignissen als Dead Horse Gulch bezeichnet wird. Im Internet gibt es grausige Fotos dieser Zeit. Mein Urgrossvater erzählte, dass er um auf den Pass zu kommen, über ein totes Pferd hinwegsteigen musste. Oben angelangt sieht man die Holzhütte, die die Grenze markiert und bei der die Zollformalitäten erledigt und der Zoll bezahlt werden musste. Heute ist hier oben fertig, der Zug fährt eine Schleife und dann die Strecke wieder zurück. Zurück in Skagway gehen wir in einem italienischen Lokal essen und dann zurück zum Wohni.

Montag, 19. September 2022
Nach dem Frühstück fahren wir zum White Pass. Es geht ein tiefes und steiles Tal hinauf bis zum Pass auf 3‘292 ft. Oben empfängt uns dicker Nebel aber oh Wunder, er zieht rasch davon. Nun können wir herrliche Blicke auf die weite Hochebene werfen, die sich vor uns bis nach Kanada ausdehnt. Kurz vor dem Grenzübergang machen wir kehrt und fahren zurück nach Skagway. Blöd nur, dass wir den amerikanischen Zoll weiter unten schon passiert haben. Nun müssen wir nochmal nach den USA einreisen, obwohl wir ja gar nicht wirklich in Kanada waren. Diesmal erwartet uns leider ein fetter, griesgrämiger Beamter, der unsere Pässe eins ums andere Mal durch den Scanner zieht. Wir wissen nicht ob sein System nicht funktioniert oder ob er einfach was finden will um uns abweisen zu können. Nach 5 nervigen Minuten sieht er ein, dass wir nichts zu verbergen haben und winkt uns durch. Genau solche Typen braucht man bei einem Grenzübertritt überhaupt nicht! Alles gut gegangen, wir fahren zurück zum Städtchen. Ausserhalb, beim Zugsdepot biegen wir ab und sehen uns den Goldrush Cemetery an, wo vor allem Stampeder begraben wurden. Fast alle sind 1898 ums Leben gekommen. Hier liegt auch Soapy Smith, der wohl berühmteste Strolch des Goldrausches, der den armen Goldsuchern das letzte Geld aus den Taschen stibitzt hat. Anschliessend gehen wir bummeln. Zum Schluss des Tages fahren wir Richtung Dyea. Dieser Ort liegt direkt am Anfang des Chilkoot Pass Trail. Eigentlich wollten wir hier auf dem Camping übernachten aber er liegt versteckt im Wald und wirkt eher trist. Dann eben zurück auf den Platz von gestern. Hier machen wir es uns für die nächsten zwei Nächte gemütlich.

Sonntag, 18. September 2022
Den Morgen verbringen wir im Wohni. Wir warten auf die Fährabfahrt um 12.15h. Pünktlich um 11.45h können wir auf dem Boot einparken. Die Fahrt dauert eine Stunde und um kurz vor 13.30h rollen wir wieder auf festen Boden. Erstmal tanken wir noch etwas Diesel, dann gehen wir bei einem Campingplatz Wäsche waschen und duschen für einen Dollar. Hier, am Ende des Ortes, ist schon End of season. Kein Problem, dann fahren wir eben auf den Campingplatz nahe dem Hafen. Wir richten uns auf dem Platz ein und gehen dann erstmal auf Erkundungstour. Skagway ist gut erhalten und strömt tatsächlich noch etwas Goldrausch-Feeling aus. Nach ein paar Souvenierläden steuern wir den berühmten Red Onion Saloon an und gönnen uns ein heimisches Bier und eine Pizza. Auf dem Rückweg „sticht uns der Hafer“. Wir holen schnell das D-Hai und stellen es vor dem riesigen Kreuzfahrtschiff auf, das im Hafen liegt. Das ist ein tolles Foto geworden, grins. Es wird schnell kalt aber in unserer guten Stube geniessen wir einen weiteren gemütlichen Abend.

Samstag, 17. September 2022
Wir sind früh wach, wir haben ja auch wiedermal eine Zeitumstellung von einer Stunde. Wir ziehen uns schnell an und fahren dann zum Fluss. Heute ist es mystisch, Nebel hängt tief im Tal und die Sonne scheint durch die Schwaden. Wau, im Wasser tummeln sich sage und schreibe 7 Bären. Es sind 2 erwachsene Tiere, 3 1jährige und die beiden Kleinen von gestern. Es ist faszinierend zuzuschauen wie geschickt die Muttertiere die Fische aus dem Wasser ziehen. Diese beiden sind wahre Meister darin, jeder Schlag ein Treffer! Eines der Jungtiere muss wohl aus einem früheren Wurf stammen. Als es die Mutter mit den beiden Kleinen sieht, versucht es in die Nähe zu kommen aber es wird sofort verscheucht. Lange Zeit steht es am Ufer und brüllt sich die Seele aus dem Laib aber es hilft nichts, es muss selber fischen. Nachdem wir dem Schauspiel so lange zugesehen haben bis es uns zu kalt wird, fahren wir zu einem Parkplatz kurz vor Haines. Hier frühstücken wir und nutzen das gute Internet um mit unseren Freunden in Deutschland zu skypen und unsere Erlebnisse mit der Welt zu teilen. Nachmittags laufen wir ins Dorf und gehen etwas essen. Leider war es diesmal nicht besonders gut. Zurück beim Wohni fahren wir nochmal zurück zum Fluss. Mann, diesmal können wir sogar 11 Bären bestaunen, dazu unzählige Weisskopfseeadler, Möwen und Krähen, die die Reste der grossen Raubtiere genüsslich verzehren und sich natürlich auch darum streiten. Es wird schon fast dunkel als wir uns endlich losreissen und unseren heutigen Platz für die Nacht anfahren. Wir stehen auf dem Parkplatz des Fährhafens und verbringen eine ruhige Nacht.

Freitag, 16. September 2022
Um 10.00h sind wir bereit zur Abfahrt. Nach etwa 30 km verlassen wir den Haines Highway für einen Abstecher zu einem Fluss. Hier soll es während dem Salmon Run nur so von Tieren wimmeln. Es sind 6 km etwas rumplige Kiesstrasse bis zu einem Parkplatz direkt am Tatshenshini River. Leider sehen wir aber ausser ein paar Vögeln und den zur Zeit noch braunen Schneehühnern nichts. Zurück auf der Hauptstrasse geht es nun zügig immer höher. Wir erreichen die Grenze zu British Columbia und damit noch einmal die Tundra. Das Wetter ist recht angenehm und so können wir im Licht-Schatten-Gemisch herrliche Blicke geniessen. 20 km vor der Grenze zu Alaska geht es langsam wieder in tiefere Lagen und rein in ein engeres Tal. Der Beamte am Border ist sehr nett, nach nur wenigen Fragen wünscht er uns eine gute Fahrt, supi! Die Strasse nach Haines folgt nun dem breiten Flussbett des Klehini Rivers. Etwas später im Jahr, so im Oktober/November soll es hier von Weisskopfseeadlern nur so wimmeln. Wir können ein paar Tiere erspähen aber sie sind weit weg oder fliegen während der Fahrt über unser Wohni hinweg. Bevor wir ins Städtchen Haines kommen müssen wir mal wieder an einer Baustelle auf den Pilot Car warten. Dann ist die Strecke frei und wir erreichen nach rund 200 km unser Ziel. Zuerst gehen wir einkaufen um unsere Vorräte aufzufüllen. Der Kühlschrank war praktisch leer für den Grenzübertritt. Bei der Bücherei aktivieren wir das amerikanische Wifi wieder. Anschliessend fahren wir einmal durch den Ort und dann hinaus zum Chilkoot Lake. Hier soll es zwischen dem See und dem Meeresarm viele Bären geben. Auf den 2 km zum Campground können wir aber leider keine entdecken. Wir suchen uns einen schönen Platz aus, leider liegt dieser Platz mal wieder im dichten Wald. Ganz aufgegeben haben wir das Bearviewing noch nicht. Mit dem grossen Tele gehen wir ein Stück zurück zur Bootsanlegestelle und ein paar Schritte auf der Strasse zurück. Oh, da ist ja einer im Fluss! Bei näherem Schauen entdecken wir noch zwei Bärenkinder. Ui, die Mutter kommt mit ihren beiden Kids auf der Strasse direkt auf uns zu. Schnell bringen wir wieder ein paar Meter mehr zwischen uns und die Tiere. Angst scheint die Bärin nicht zu kennen. Sie führt ihre Kleinen am Wasser entlang und dann mitten auf den gerade gut belebten Parkplatz. Die Menschen stieben auseinander und suchen bei ihren Fahrzeugen Schutz. Mamabär bleibt cool und geht runter zum Bootslip. Die Kleinen klettern auf das Floss der Bootsvermietung und sie geht fischen. Bald hat sie einen Fisch gefangen den sie mit ihren Kindern teilt. Nach einer guten halben Stunde hat sie genug vom Zirkus um sie herum und verschwindet Richtung Campingplatz. Wir gehen mit grossem Abstand langsam hinterher. Schliesslich wollen wir zurück zum Wohnmobil! Ha, die drei sind auf unserem Platz angekommen. Die Bärin wälzt sich genüsslich im weichen Moos und ein kleines Bärchen kratzt sich den Hintern an einem Baum gleich neben unserem Wohni. Nun haben die drei aber genug und verschwinden langsam im dichten Wald hinter uns. So ein tolles Erlebnis. Wir machen es uns drin bequem und sichten unsere Fotos von heute.