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Mittwoch, 28.10.2020
Wir besprechen kurz was wir machen wollen und fahren dann mal zum Red Rock Canyon State Park. Es sind nur wenige Kilometer aber die Landschaft gefällt uns so gut, dass wir uns entschliessen hier eine Nacht zu bleiben. Auf einem schönen Rundweg um den Campingplatz bestaunen wir die erodierte Felswand, die wie ein Halbmond die Gegend umschliesst und zu deren Füssen Joshua Tree Bäume wachsen. Die ersten die wir zu Gesicht bekommen. Mittags scheren wir Shell, für einmal hält sie brav still. Trotz Sonne ist es nicht übermässig warm, man kann die wärmenden Strahlen richtig geniessen. Allerdings wird es schnell kühl, nachdem der glühende Ball kurz nach 17.00h hinter der Felswand verschwindet. Wir machen einen Schweizer Abend mit dem Raclettkäse den wir gestern gekauft haben, fein! und Schweizer Fernsehen, grins.

Dienstag, 27.10.2020
Um 10.30h und mit einem feinen Pancake im Magen fahren wir los. Kaum haben wir die Küste verlassen hat sich die Landschaft komplett verändert. Wir sind in den Santa Monica Mountains, uns umgibt nur noch Natur. Nach einigen Kilometern treffen wir auf den HW 101 und befinden uns wieder mitten in städtischem Gebiet. Auf dem Plan steht ein Besuch bei IKEA um uns neue Bezüge für die Sitzgruppe zu kaufen. Leider verfahren wir uns erstmal und landen nochmal in LA. Dann aber erwischen wir den richtigen Freeway und nun geht es zackig. Wir finden was wir suchen und zusätzlich einen Teppich, der unseren Boden wieder schützen soll. Unser heutiges Ziel, der Red Rock Canyon State Park ist noch viele Kilometer entfernt und so machen wir uns um 13.00h endlich auf die Strecke. Hinaus aus der Grossstadt geht es auf dem Freeway 5 und dann weiter auf dem 14er. Wir kommen am grossen Kanal vorbei der Kalifornien durchquert und Wasser für Los Angeles vom Norden transportiert, ein gigantisches Projekt! In Palmdale entdecken wir einen Aldi, da müssen wir rein! Lustig, zu Hause käme es uns nie in den Sinn eines dieser Geschäfte zu besuchen aber hier freuen wir uns über ein wenig „Europa“. Wir decken uns mit feinem italienischem Schinken, Raclettkäse und belgischen Waffeln ein. Es ist nun 15.00h und unser Ziel liegt noch immer 80km entfernt. Zum Glück ist der Verkehr ruhiger geworden. Die Natur nimmt wieder überhand bis auf Windräder und Solarpanelfelder am Strassenrand. In Mojave passieren wir einen Flughafen wo viele grosse Flugzeuge abgestellt sind. Eine halbe Stunde später erreichen wir den Abzweiger zum Jawbone Wash und suchen uns abseits der CR 589 einen Platz für die Nacht.

Montag, 26.10.2020
Es windet stark und immer wieder werden Staubteufel über die Plätze zum Meer geweht aber die Sonne scheint. Die Luft ist gelblich vom Sand, der aus der Wüste bis an die Küste getragen wird. Wir frühstücken hier, weil es draussen in den Cafés wahrscheinlich nicht gerade angenehm ist bei diesen Wetterverhältnissen. Wir fahren heute nach Venice und Santa Monica. An der Marina del Rey machen wir unseren ersten Stopp und einen Spaziergang entlang einem Pier, an dem viele schöne aber auch viele ungepflegte und hässliche Boote liegen. Anschliessend ist Venice Beach dran, es ist kurz nach Mittag und schon einiges los. Auf dem Parkplatz spricht uns ein junger Mann auf schweizerdeutsch an. Er lebt schon lange in den USA und wir plaudern einen Moment, dann flanieren wir los, leider sind wegen Covid sogar die berühmten Fitnesspärke geschlossen. Anstelle der Sportler haben sich jetzt überall Homeless niedergelassen, die mit Sicherheit weniger auf Abstand achten und auch keine Masken tragen. Es geht den geschmacklosen Souvenierläden entlang nach Norden. Bald haben wir genug, drehen um und gehen zurück zum D-Hai. Wir fahren vor bis Santa Monica und gehen hier nochmal los. Unterwegs lassen wir uns einen Lunch schmecken und spazieren dann zum berühmten Pier der Anfang und Ende der Route 66 darstellt. Nun haben wir uns satt gesehen und fahren zurück nach Malibu um uns auszuruhen. Zum Abschluss des Tages dürfen wir noch einen Sonnenuntergang bestaunen.

Sonntag, 25.10.2020
Auf nach LA, wir stehen auf und fahren gleich los. Zuerst geht es nach Beverly Hills, zum Pierce Brothers Westwood Village Memorial Park auf dem viele Promis ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Wir finden die Gräber von Dean Martin mit vielen Lippenstiftküssen und dasjenige von Marilyn Monroe, stilecht mit Flachmann davor, grins. Der Rodeo Drive ist um diese frühe Morgenstunde noch leer, nach einem Bummel an den luxuriösen Geschäften vorbei finden wir ein Café mit einer auswahlreichen Menukarte. Nach einem füllenden Brunch geht es auf den Sunset Boulevard, der aber Morgen‘s eher ungepflegt und nicht sehr attraktiv wirkt. Nachdem wir unser D-Hai in der Nähe des Hollywood Boulevard in einer Seitenstrasse geparkt haben spazieren wir über den Walk of Fame und identifizieren die verschiedenen Berühmtheiten auf den Sternen. Unserem nächsten Ziel, dem Hollywood Sign versuchen wir uns über schmale Strassen zu nähern, geben aber wieder auf und nehmen eine grössere Strasse. Oben angekommen werden die obligaten Fotos mit Wohni, Selfie und nur mit Sign gemacht, bevor wir uns Downtown zuwenden. Hier machen wir eine Rundfahrt mit unserem D-Hai ohne auszusteigen. Die Hochhäuser ähneln hier den anderen Grossstädten, bieten aber teilweise schöne Blicke. Zudem sehen wir doch tatsächlich eine Filmcrew die Aufnahmen macht. Der Heimweg nach Malibu ist dann eher langweilig und öde. Wir nehmen den Freeway 10 damit es schneller geht und schwimmen im Verkehr mit. Gegen 16.00h sind wir zurück auf dem Campground der sich geleert hat. Müde legen wir die Beine hoch und verarbeiten die Bilder des Tages.

Samstag, 24.10.2020
Wir sind früh wach und skypen schon um 9.00h mit Dubus, unseren Reisefreunden die zur Zeit in Frankreich sind. Anschliessend düsen wir los. Es geht entlang der Küste und dem HW 1 nach Malibu. Das Wetter ist und bleibt bedeckt aber es ist mit 20°C weiterhin angenehm. Diesen Streckenabschnitt kennen wir schon, ich habe ihn aber ehrlich gesagt spektakulärer im Gedächtnis. Das Küstengebirge fällt steil ab, lässt aber öfter Platz für schöne Strände. Die Ebene um Ventura ist stark besiedelt und hier finden sich wieder die grossen Früchte- und Gemüseplantagen. Überall blühen Sträucher, Bäume und Blumen bunt durcheinander, schön! In Malibu versuchen wir einen Parkplatz am Strand zu ergattern, geben aber auf, weil man hohe Gebühren bezahlen muss. Wir fahren zu unserem Campingplatz der etwas oberhalb des Corall State Beach am Hang liegt. Einen Platz mit Aussicht aufs Meer haben wir nicht aber dafür ist es hier ruhiger. Man hört den Verkehr des Highways weniger. Der Platz ist gut gefüllt und hat recht enge Stellplätze. Das stört uns aber nicht weiter, wir werden morgen und übermorgen eh in Los Angeles unterwegs sein und hier vor allem schlafen. Wir machen einen Hundespaziergang zum Strand und bewundern anschliessend bei der Rückkehr einige Oldtimer Wohnwagen. Es ist wohl ein Treffen unter dem Motto „Piraten“. Der Nachmittag und Abend vergehen mit Lesen und Fernsehen.

Freitag, 23.10.2020
Morgen‘s ist haushalten angesagt und Vorräte auffüllen. Nun können wir uns wieder den angenehmen Dingen widmen. Wir fahren zur Mission Santa Barbara um ein paar Fotos zu machen. Sie liegt schön in den Bergen und hat einen herrlichen Blick bis zum Meer. Die Kirche und das Museum sind aber leider geschlossen. Zurück auf dem Campingplatz machen wir uns fertig für einen Spaziergang. Wir wollen nochmal den Luxus geniessen zu Fuss in ein Zentrum laufen zu können. Als Belohnung gehen wir wieder essen um dann mit gut gefüllten Bäuchen zurück zum D-Hai zu laufen. Den Nachmittag und Abend verbringen wir drin, da das Wetter weiterhin bewölkt und kühl ist.

Donnerstag, 22.10.2020
Trotz höherem Lärmpegel haben wir nicht schlecht geschlafen. Der Himmel ist grau und Nacht’s hat es sogar geregnet aber es ist mild. Gegen Mittag starten wir für einen längeren Spaziergang in die Stadt. Entlang dem Strand geht es zum Zentrum, das nahe dem Pier startet. Hier wurde sogar eine Fussgängerzone eingerichtet an der sich Bars und Geschäfte aufreihen. Es ist recht ruhig aber das ändert sich an den Wochenenden bestimmt. Nach einem feinen mexikanischen Mittagessen schlendern wir noch ein wenig durch die Gassen bevor wir durch verschiedene Wohnviertel wieder zurück zum Camping gehen.

Mittwoch, 21.10.2020
Leider noch immer trüb, feucht und kühl. Wir machen uns fertig und fahren los. Lange Zeit dominieren Gemüse- und Obstfelder. In Pismo Beach könnte man am Strand fahren und auch campen aber laut Internet ist die Beach zur Zeit geschlossen. Eh egal, wir haben ja in Santa Barbara einen Campingplatz gebucht. Nach einer Weile kommen wir wieder in die Sonne. Wir fahren weiter bis Solvang. Hier machen wir einen Mittagshalt und einen Spaziergang durch das blitzsaubere und hübsche dänische Dorf. Leider geht es anschliessend, nach der Überquerung des Küstengebirges, wieder rein in den Nebel. Wir durchfahren Santa Barbara und richten uns auf dem Campground ein, der dicht am lauten HW 1 liegt. Für heute haben wir genug gesehen und bei dem Wetter verpasst man auch am Strand nichts, so verbringen wir den Rest des Tages im Wohni.

Dienstag, 20.10.2020
Leider hängt der Nebel immer noch über der Küste aber die Sonne blitzt zwischen den Schwaden hervor. Wir haben Hoffnung das es aufklart. So verbringen wir den Morgen mit Lesen und im Internet. Kurz nach 12.00h geben wir es auf und spazieren trotz Nebel los zum Städtchen. Dieses hat einen hübschen Hafen mit vielen Fischerbooten und diversen Lokalen direkt an der Mole. Ganz nah am Ufer entdecken wir Seeotter. Was für putzige Tierchen, die ganz entspannt auf dem Rücken an der Wasseroberfläche dümpeln, sich putzen, spielen und schlafen. Auf der Terrasse des Restaurants Anderson Inn bekommen wir einen feinen Lunch serviert und trinken eine Flache Sauvignon Blanc dazu. Für den Heimweg nehmen wir den Strand, was mit Shell eigentlich nicht erlaubt wäre aber seis drum. Wir finden viel Strandgut, unter anderem wunderschöne Sanddollars die ich vorsichtig mit ins D-Hai nehme. Es ist schon 17.00h als wir zurück auf dem Campingplatz sind. Wir machen es uns gemütlich und geniessen die Wärme in unserer guten Stube.

Montag, 19.10.2020
Als uns der Morgenstreich des Militärs um 7.00h weckt ist es neblig. Wir frühstücken gemütlich und schalten eine Runde Skypen mit Europa ein. Um 10.30h klart es auf und wir machen uns auf den Weg nach Süden. Es liegen rund 200km der schönsten Strecke des Highway 1 vor uns. Leider aber versinken wir kurz nach Carmel-by-the-sea schon wieder im Küstennebel. Zuerst versuchen wir ein wenig zu pausieren aber es sieht leider nicht so aus als ob das Wetter besser wird. Der Wind kommt vom Meer her und treibt die Schwaden an die Küste. Immer wieder bietet sich zwischendurch mal ein Blick auf den blauen Himmel und die Sonne. Immer wieder trifft auch mal ein Sonnenstrahl das Wasser doch sofort frisst der Nebel das Licht. Bei San Simeon machen wir halt und beobachten die Seeelefanten Kolonie. Die Tiere sind riesig und an Land sehr unbeweglich. Bis auf die Flossen, mit denen kratzen sie sich an der Nase oder bewerfen sich mit Sand. Gegen 16.00h haben wir es geschafft und treffen in Morro Bay ein. Die Dame des State Beach Campgrounds checkt uns ein und so können wir es uns gleich auf unserem Platz für die nächsten beiden Tage gemütlich machen. Wir bleiben allerdings drin, die Temperatur draussen liegt nur gerade bei 16°C, der Nebel und Wind machen, dass es sich draussen nicht gerade angenehm anfühlt. Wir hoffen auf Morgen, da ist gutes Wetter mit 22°C angesagt.

Sonntag, 18.10.2020
Ein gemütlicher Tag rund ums Wohni bei heute etwas kühleren Temperaturen die man aber an der Sonne sehr gut aushält.

Samstag, 17.10.2020
Um 7.00h tönt vom Militärgelände her der Ruf einer Trompete zum Morgenappell. Mann, wir hätten gerne noch etwas geschlafen. Nach dem Frühstück geht Hermann joggen und Shell und ich geniessen noch eine ruhige Stunde auf dem Sofa. Es wird im Gegensatz zur Vorhersage heute wieder warm. Wir sitzen deshalb bis nach 15.00h im Schatten und lesen. Endlich bringt der Wind etwas Abkühlung, wir starten zu einem Rundgang durch die Stadt. Unten angekommen staunen wir nicht schlecht über die Menschenmassen. In San Francisco war alles leer und hier geht die Post ab. Die Restaurants haben ihre Tische auf die Strasse verschoben und bedienen die Menschen auf dem Bürgersteig. Wir gehen bis zum Hafen, die berühmte Fishermans Warf hat geöffnet und kann sich nicht über zu wenig Andrang beschweren. Überall sind die Leute sogar zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs (alle tragen Masken). Das haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Wir gehen bis Cannery Row, einer weiteren Flaniermeile am Wasser. Hier suchen wir ein Restaurant in dem wir essen könnten. Leider keine Chance, alles ist schon reserviert oder die Hungrigen stehen Schlange für einen Tisch. Wir gehen wieder zurück nach Downtown und haben Glück. Bei einem Bar & Grill kommen wir auf die Warteliste und sollten in ca. 20 Minuten einen Tisch zugewiesen bekommen. Wir gehen erst noch eine Runde um den Block und warten dann noch kurz. Wir bestellen Burger mit French Fries und geniessen dazu ein Glas Sauvignon-Blanc. Es wird langsam dunkel und damit auch schnell kühl, deshalb machen wir uns nach dem Essen auf den Heimweg. Es geht bergauf und bald ist uns wieder warm. Nach einer halben Stunde Weg durch die Dunkelheit treffen wir beim D-Hai ein und setzen uns ins Warme.

Freitag, 16.10.2020
Wir sind früh aufgewacht und haben gleich gefrühstückt. Es soll heute weiter nach Monterey gehen. Das sind nur gut 50km Fahrt nach Süden. Zuerst kommen wir an riesigen Gemüse- und Obstfeldern vorbei, erstaunlich, da sonst ganz Kalifornien knochentrocken ist. Die müssen hier wohl irgendwoher genug Wasser haben. Unterwegs gehen wir im Walmart einkaufen. Gegen 11.00h kommen wir im Städtchen Monterey an und fahren gleich den Berg hoch zu einem Camping, der Gäste auf „first-come-first-serve“ Basis aufnimmt. Erstaunt stellen wir fest, der Campground hat noch viele freie Plätze. Wir suchen uns einen aus, bezahlen und stellen zwei Stühle als Besetztzeichen auf, dann fahren wir nach Carmel-by-the-sea. Es liegt nur wenige Kilometer zu Füssen des Hügels. Durch dichtbebaute Wohnstrassen spazieren wir hinunter zum weissen Sandstrand und an vielen Restaurants, Galerien und anderen schönen Läden wieder zurück hinauf zum Wohni. Nun wollen wir noch den 17 Mile Drive entlang der Küste der Halbinsel nach Monterey fahren. Man bezahlt für die Durchfahrt 10.50$. Geboten bekommt man schöne Blicke auf die Küste und auf Villen der Reichen und Schönen, die sich hier zwischen diversen Golfplätzen angesiedelt haben. Absolut sehenswert finden wir, also der Strand und die zerklüftete Küste, grins. Hermi lenkt dann unser Wohni wieder hoch auf den Hügel, wo wir den Nachmittag im Schatten verbringen.

Donnerstag, 15.10.2020
Wir beeilen uns nicht und sind daher erst um 10.30h auf der Strecke. Wir nehmen den HW 101 und fahren bis ins Silicon Valley. Weder der Campus von Facebook noch der von Google sind allerdings offen. War ja auch nicht anders zu erwarten. Nächster Punkt auf unserem Tagesplan ist ein Besuch mit Shell beim Tierarzt, für eine Wiederholungsimpfung einer hier grassierenden Grippe. Wir finden eine nette Praxis die uns zum Emergency Tarif zwischen andere Termine schiebt. Leider folgt wieder eine komplette Untersuchung, die wir ja erst in Reno gemacht haben, egal, zum Schluss ist unser Tier geimpft und nun haben wir hoffentlich für ein Jahr Ruhe. Es ist wieder sehr heiss geworden. Wir entscheiden uns über die Berge ans Meer zu fahren. Wir nehmen eine sehr kleine Strasse die uns durch Eichenwälder in vielen engen Kurven über die Berge trägt. Hier oben ist wieder alles wegen der Feuergefahr gesperrt. Nach einigen Kilometern in dichten Redwoodwäldern nähern wir uns langsam der Küste. Die Temperatur fällt innert kurzer Distanz von 34° auf 21°C. Erleichtert atmen wir auf und geniessen die Brise, die vom Meer her weht. Mir fällt besonders auf wieviele verschiedene Düfte uns heute in die Nase gestiegen sind, von Abgasgestank über Haschischpfeifchen, würzige Waldluft, zu herrlich frischer Meeresbrise. Wir erreichen den HW 1 und fahren nun südwärts. Verschiedentlich machen wir einen Halt. Besonders schön ist der Pepple Beach mit feinem Kies, das in allen Farben leuchtet und der mit Felsen aufwartet, die kleine Löcher haben und teilweise schöne Muster zeigen. Es ist schon nach 16.00h als wir in Santa Cruz anfangen einen freien Stellplatz für die Nacht zu suchen. Erst nach mehr als zwei nervigen Stunden entscheiden wir uns für den teuren Koa Camping und stellen uns auf den zugewiesenen Platz. Es gibt einen Pool und den werden wir jetzt geniessen.

Mittwoch, 14.10.2020
Wir lassen es langsam angehen und fahren erst nach 10.00h in die Stadt. Zuerst versuchen wir es nochmal mit dem Aussichtspunkt Twin Peaks, aber trotz einer Ankündigung auf einem Schild, es sei bis 12.00h geöffnet ist die Schranke zu. Verärgert drehen wir um und fahren wieder runter. Es kommt uns ein grauer BMW entgegen, der Fahrer fragt uns, ob er ein paar Fragen zu unserem Iveco stellen darf. Klar, wir fahren rechts ran, der nette ältere Herr stellt sich als Phillipe vor, er hat über 20 Jahre hier in der USA für Iveco gearbeitet und war der Vize-Chef. Er gibt uns eine Adresse von einer Werkstatt weiter im Süden von Kalifornien die er von früher kennt und uns für die Lösung von Problemen empfiehlt. Er macht ein paar Fotos, wir bedanken uns herzlich und weiter geht unser Sightseeing. Unser D-Hai schnauft die steilen Berge hoch und kriecht die halsbrecherisch steilen Strassen drüben wieder runter. An der Marina stellen wir uns auf einen der Gratis Parkplätze und spazieren zur Lombard Street. Das ist diese berühmte Strasse mit den Kurven und den Blumen am Rand. Vorher erklettern wir die steile Filbert Street, pff, sagenhaft und die Aussicht nach Downtown erst! Die Lombard Street finden wir dann nicht so berauschend. Sie ist mit blühenden Büschen bepflanzt die aber so wuchern, dass man weder von oben noch von unten die Fahrbahn wirklich sehen kann. Die schöne Aussicht runter zu den Piers aber ist toll. Es ist schon 13.00h und alle drei haben Hunger und Durst. Da wir nicht allzu weit von der Fishermans Warf entfernt sind gehen wir runter zum Meer. Es ist uns schon vorher aufgefallen. Die Stadt ist leer, kaum ein Auto kam die Lombard Street herunter und hier an der Flaniermeile mit Souvenier Shops und Restaurants ist auch nichts los. Es fährt auch kein Cable Car, nur ein paar Busse erhalten den öffentlichen Verkehr aufrecht. Viele Geschäfte und Restaurants sind geschlossen und sogar die Hotels sind zu. Wir entscheiden uns für ein Sushi Restaurant und werden super bedient. Das Essen ist schmackhaft aber jetzt haben wir von rohem Fisch für die nächste Zeit wieder genug. Entlang dem Ufer gehen wir zurück zum D-Hai. Shell muss einmal ins Wasser, es ist heute wieder heiss und so kühlt sie am Besten ab. Nun wollen wir uns noch Downtown ansehen. Leider ist es sehr schwierig einen Parkplatz für unser Wohni zu finden. Irgendwann geben wir auf und machen einfach eine Rundfahrt durch die Strassen. Es fällt wieder auf wie leer alles ist. Nachdem wir kreuz und quer und hoch und runter gedüst sind fahren wir zurück zum Camping und ruhen uns von dem „anstrengenden“ Tag aus.

Dienstag, 13.10.2020
Aufstehen es ist 7.00h, wir müssen vor 8h vom Platz sonst müssen wir nochmal bezahlen. Noch einmal fahren wir zum Battery Spencer Lookout um die Golden Gate Bridge im Morgenlicht zu sehen. Es ist wieder ein Traumtag mit Sonnenschein pur und angenehmen Temparaturen. Für’s Frühstück fahren wir zur Horseshoe Bay direkt unter der Brücke. Von hier aus gelingen auch noch ein paar schöne Fotos. Nun geht’s über die Brücke und nach Lands End für eine Stadtrundfahrt. Wir fahren durch den Golden Gate Park, durch Haight-Ashbury das ehemalige Hippie Viertel mit wunderschönen Häusern, durch die Castro Street und hoch zum Twin Peaks. Dieser tolle Aussichtspunkt ist aber leider geschlossen, Corona? Bei Alamo Heights bewundern wir mit vielen anderen die „painted Ladies“ eine hübsche bunte Häuserzeile mit Downtown’s Hochhäusern im Hintergrund. Hermi jagt unser D-Hai die Hügel der Franklin Street hinauf und drüben wieder hinunter. Leider finden wir keinen Abzweiger der uns zur Lombard Street mit ihren tollen Kurven bringen würde. Zudem stehen hier überall Schilder „No Trucks over 3t“. Egal, wir haben genug gesehen für heute und fahren zum Campingplatz der einige Kilometer ausserhalb von Downtown liegt. Den Nachmittag verbringen wir mit Bilder sortieren und schreiben. Abends brät Hermi uns ein feines Ribeye Steak auf dem Grill.

Montag, 12.10.2020
Los geht’s Richtung San Francisco. Wir umrunden die Bay und fahren erstmal nach Tiburon. Von hier haben wir das erste Mal Sicht auf die Golden Gate Bridge und Downtown mit den Hochhäusern. Wir umrunden die Halbinsel und fahren anschliessend weiter nach Sausalito und weiter zum Viewpoint neben der Fahrbahn der berühmten Brücke. Durch einen Tunnel geht es Richtung Westen zum Point Bonita Lighthouse. Von hier kann man die ganze Einfahrt zur Bay übersehen. Beidseitig liegt die Küste im schönen Nachmittagslicht. Unter uns auf den Felsen sonnen sich die Seehunde. Es ist ungewöhnlich warm für die Gegend, wir messen 30°C. Zum Schluss fahren wir noch zum Battery Spencer Lookout mit tollem Blick auf die nahe Brücke, die Bay und Downtown. Nun geht es zurück nach Sausalito wo wir uns den „floating Harbour“ mit den Pontonhäusern anschauen. Für die Nacht stellen wir uns auf einen Parkplatz nahe dem Yachthafen. Da wir endlich mal wieder in fussläufiger Distanz ein paar Restaurants zur Verfügung haben gehen wir essen. Shell wartet derweil im Wohni.

Sonntag, 11.10.2020
Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen tiefblauen Himmel und wärmt schnell die noch kühle Luft. Wir skypen mit unserer Familie und plaudern ein wenig mit unseren Nachbarn. Gegen Mittag fahren wir durchs Napa Valley auf dem HW 29 nach Norden. Vorbei an einigen der berühmtesten Weinkellereien der Gegend wie Mondavi, geht es durch grosse Rebenfelder die sich auf dem Talboden breit machen. Der kleine Ort Calistago liegt verschlafen zu Füssen der ihn umgebenden Berge. An der Hauptstrasse reihen sich ein paar Souvenierläden, einige Kellereien mit Räumen für eine Weinprobe und ein paar nette Restaurants beidseitig auf. In einem davon, mit hübschem palmenbekränztem Garten kehren wir ein und bekommen einen feinen Lunch serviert. Für den Rückweg wählen wir die Strasse mit dem Namen Silverado Trail. Sie führt an der Ostseite des Tals, am Fuss der Hügel zurück nach Süden. Unterwegs queren wir die Schneise, die das sogenannte „Glass Fire“ kürzlich in die Landschaft gefressen hat. Namenloses Entsetzen muss die Eigentümer der vielen hier angesiedelten Weinkellereien erfasst haben, als die Feuerwand näher gekommen ist. Dabei muss man sagen, es hat nicht jedes Haus erwischt. Es sieht aus als hätte sich der glühende Teufel genau ausgesucht wen er fressen wollte. Teilweise sind nämlich Gebäude total niedergebrannt aber 50 Meter weiter steht alles noch und auch die Reben wurden nicht angetastet. Nach einer Weile verlassen wir die Brandzone und können den Blick wieder über die schöne Rebenlandschaft schweifen lassen. Zurück in Napa fahren wir auf den Camping zurück und erledigen ein paar Schreibarbeiten im Freien an der Sonne.

Samstag, 10.10.2020
Bewölkt, kühl und etwas feucht präsentiert sich der heutige Morgen. Genau richtig um Waschen zu gehen. Anschliessend versuchen wir eine Autowaschanlage zu finden, müssen aber entnervt aufgeben. Zurück beim Camping machen wir uns einen gemütlichen Nachmittag und Abend. Gerade richtig um sich mit San Franzisco und den Übernachtungsmöglichkeiten auseinander zu setzen.

Freitag, 09.10.2020
Oh, schön! Die Sonne scheint durch den Nebel und lässt diesen langsam zurück weichen. Hier an der Küste ist zudem der Unterschied der Temparaturen zwischen Tag und Nacht gering, heute Morgen sind es noch 13°C. Wir sind früh fertig und fahren los. Am Anfang ärgert uns der Nebel noch ein wenig bis er dann langsam der Sonne weicht. Immer wieder geniessen wir tolle Blicke auf die zerklüftete Steilküste. Kleine Dörfer gleiten vorbei und es geht immer wieder steil bergauf und bergab, in ein Flusstal und wieder zu den Klippen zurück, Kurve an Kurve bis wir bei Bodega auf einen Strand stossen, der wohl als Surfspot bekannt sein muss. Es tummelt sich jung und alt auf den Brettern und gleitet über das recht ruhige Wasser und mit einer der Wellen zurück zum Strand. Der Ort Bodega, der an einem Inlet liegt, war Drehort für den Film „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock, hier ist was los, diverse Motels und Inns und auch Campingplätze sind hier beheimatet. Ab hier verabschieden wir uns wieder vom Pazifik und fahren landeinwärts. Das Wochenende werden wir nochmal auf dem netten Skyline Wilderness Camping bei Napa verbringen. Zuerst füllen wir aber noch unsere Vorräte auf. Auf dem Platz angekommen putzen wir erst mal die Innenräume des D-Hai, das war bitter nötig. Heute ist es hier im Inland recht sonnig aber kühler als noch Anfang der Woche. So setzen wir uns zum Abendessen in die gute Stube und freuen uns auf einen Fernsehabend.

Donnerstag, 08.10.2020
Nachdem wir ein paar nötige Haushaltssachen erledigt haben geht unsere Fahrt heute weiter auf dem HW 1 nach Süden. Das Wetter ist weiterhin bewölkt und kühl aber das tut der schönen Aussicht, die wir geniessen können, keinen Abbruch. Wir rollen durch kleine Dörfer, die wirken, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. Ab und zu kommen wir an einer Lodge vorbei die alle eine atemberaubende Aussicht auf den Ozean und die Küste bieten. Beim Point Arena fahren wir die schmale Strasse hinaus bis zum Lighthouse und entdecken eine kleine Wühlmaus und ein paar Robben neben dem Turm, der an der Spitze einer Landzunge hoch in den Himmel ragt und seine Blitze als Warnung zu den Seeleuten sendet. Mittags machen wir in der Nähe der Bowling Ball Beach Halt. Leider lohnt es sich nicht bis zum Strand mit seinen spannenden Steinen hinunter zu klettern, da die Flut zu hoch steht. Nach weiteren 50km Küstenstrasse kommen wir in Ocean Cove an. Hier hoffen wir einen Platz für die Nacht zu ergattern. Der Campingplatz liegt wunderschön oberhalb der Steilküste an einer kleinen Bucht und bietet direkten Meerblick für 28$. Problemlos können wir einchecken und dürfen uns dann einen Platz aussuchen. Nachdem wir uns eingerichtet haben spazieren wir zu den zerklüfteten Klippen des Stillwater Cove Regional Parks, beobachten Pelikane und Möwen bevor wir uns beim D-Hai noch einige Minuten an die verhalten scheinende Sonne setzen. Schnell wird es uns zu kalt und wir flüchten rein. Von hier drinnen ist sowieso das Meer noch besser zu sehen.

Mittwoch, 07.10.2020
Mit dem guten Internet können wir mal wieder einen Chat mit Reisebekannten starten, die in die Schweiz zurückgekehrt sind. Nach dem Mittagessen machen wir einen langen Spaziergang entlang der Steilküste zum kleinen Cabrillo Lighthouse. Das Wetter ist heute bewölkt und kühl aber ideal um zu laufen. Müde kehren wir zurück zum Campingplatz und kuscheln uns in unsere Sitzecke. Es gibt später einen weiteren TV-Abend, grins.

Dienstag, 06.10.2020
Nach einem Frühstück mit feinen Gipfeli geht’s los. Die 101 bringt uns über Ukiah nach Willits, wo wir auf den HW 20 abbiegen. 60km Kurven und Wald bis zum Meer. Kurz vor Fort Bragg klart die Luft auf, der Rauch ist weg. Die Freude ist nur von kurzer Dauer, vor uns wartet der Küstennebel, wir tauchen ein. Der berühmte HW No 1 ist erreicht. Zuerst wenden wir uns nochmal kurz nach Norden um im Noyo Headlands Park einen Spaziergang zu machen. Hier gibt es den „Glass Beach“. Er ist durch Abfall entstanden der hier entsorgt wurde. Geblieben sind rund geschliffene bunte Glassteine. Allerdings ist nicht mehr viel davon übrig, ich hatte andere Bilder davon gesehen und bin enttäuscht. Die Küste davor mit ihren grossen, vom Meer umtosten Felsen ist trotz Nebels wunderschön. Zur Freude von Shell wagen sich ein paar freche Erdhörnchen aus ihren Behausungen und vor meine Kamera, begleitet von Shellis Gebell, die Tierchen sind recht unerschrocken! Wir beschliessen uns noch Mendocino anzusehen, das ein paar Kilometer weiter südlich liegt. Es ist eine Künstlerkolonie mit einem vorgelagerten schönen Kliffsaum. Jeder kennt wohl den Schlager der das hübsche Örtchen bekannt gemacht hat. Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Steilküste und durch den gepflegten Ort. Gegen 15.00h sind wir zurück beim D-Hai und fahren nun unseren gebuchten Campingplatz an der Caspar Beach an. Da es doch sehr grau und kühl ist, heute haben wir noch 13°C nach den gestrigen 34°C, setzen wir uns in unsere gute Stube und geniessen das gute Internet das der Camping zur Verfügung stellt.

Montag, 05.10.2020
Eine kühlere Nacht und heute Morgen machen wir für’s erste die Heizung an. Es ist Rauch ins Valley gezogen, die Stimmung ist herbstlich. Gerade richtig für unsere Tour durchs Sonoma Valley. Wir nehmen den HW 12 und kommen bald durch die ersten Weinfelder. Oben, zwischen Napa und Sonoma Valley steht die Villa der Domaine Cameros, die von einem wunderschönen Garten umgeben ist. Unser erstes Ziel heute ist die Buena Vista Winery, die angeblich älteste und renomierteste in den beiden Tälern. Auf jeden Fall sind die Gebäude wunderschön in die Landschaft eingepasst. Von der legendären Aussicht ist aber wegen der dichten Pflanzen nicht’s zu erkennen. Wir machen eine Weinprobe, 5 wunderbare „Säfte“ werden uns kredenzt. Hermi darf nur nippen, er ist der Fahrer, grins. Dazu bestellen wir uns Käse, er wird in einer Plastikschale gebracht, ist das wohl wegen Corona? Es sieht auf jeden Fall sehr billig aus für eine Firma, die eher als exklusiv gilt. Billig ist die Nascherei allerdings nicht mit 30$. Zum Schluss kaufen wir uns 3 Flaschen des wunderbar spritzigen Pinot Grigio und schliessen damit das erste Tasting ab. Unsere Fahrt geht weiter auf dem HW 12 bis Santa Rosa. Rundum Hänge mit Wein und teilweise sehr schöne Gebäude. Kurz vor der Stadt dann auf einigen Kilometern verbrannte Erde. Hier hat erst kürzlich ein Feuer gewütet. Die Elektriker sind erst gerade daran, die Leitungen wieder zu installieren und die Feuerwehr und die Polizei sperrt noch immer Strassen rechts des HW 12. Wir biegen ab und folgen nun dem HW 101 nordwärts. Kurz vor Ukiah haben wir bei einer Winery eine Übernachtung über Harvest Host gebucht. Bei der Abfahrt von der Hauptstrasse empfangen uns rechts und links der Strasse die Weinfelder, die zur Nelson Family Vineyards gehört. Ein hübsches Haus, leicht erhöht, mit einem lauschigen Garten und dahinter ein Redwood Hain erwarten uns. Der Tastingroom ist in den Garten verlegt worden, wo wir wieder verschiedene feine Tropfen kredenzt kriegen. Die Temperatur ist auf 34°C gestiegen und so finden wir den lauschigen, schattigen Garten herrlich. Natürlich kaufen wir auch hier Wein ein, dazu Honig und Olivenöl aus ihrer eigenen Produktion. Um 17.00h machen die Nelsons Feierabend und wir fahren einen Kilometer weit in ein Tal, an dessen Ende uns ein grosser Parkplatz erwartet, auf dem wir für die Nacht stehen können. Mit uns steht eine kleine Familie mit einem grossen gelben Schulbus hier. Wir haben die drei schon auf der Olympic Penninsula kennengelernt, man sieht sich immer zweimal im Leben, oder?

Sonntag, 04.10.2020
Die Fahrt heute bringt uns über ein paar Hügel hinunter in die Ebene von Sacramento. Es ist noch immer rauchig aber je weiter wir kommen, je besser wird die Sicht. Bald können wir die ersten Palmen sehen, rund um uns erstreckt sich ein riesiges landwirtschaftliches Gebiet in dem alles angebaut wird, was man sich vorstellen kann und das die Hitze liebt. Bei Stockton verlassen wir den HW 4 und rollen einige Kilometer Richtung Norden. Bei Lodi biegen wir auf die 12 ab und fahren nun bald an den ersten Ausläufern des Deltas vorbei, das der San Joaquin River geschaffen hat. Wir machen eine Mittagspause bevor wir über Rio Vista und Fairfield nach Napa weiter fahren. Man merkt deutlich, hier ist die Gegend urban und der Verkehr ist lebhaft geworden. Kurz vor der Stadt biegen wir rechts ab in die Hügel zum Skyline Wilderness Park. Wir besprechen uns mit der netten Dame an der Rezeption und buchen dann online eine Site. Dieses Covid macht alles einfach nur kompliziert. Egal, wir haben für die Nacht einen schönen Platz. Die Luft ist hier angenehm und nicht mehr so heiss. Damit wir die nächsten Tage irgendwo unterkommen buche ich bei einem Weingut für morgen einen Platz und für die weiteren beiden Nächte an der Küste bei Mendocino einen Campground mit Strandlage. Als es kühler wird gönnen wir uns eine ausgiebige heisse Dusche bevor wir ein leckeres Filet im Teig vertilgen.

Samstag, 03.10.2020
Ich habe bis um 8.00h ausgeschlafen, Hermi und Shell rumoren aber schon im Wohni herum. Nach dem Frühstück machen wir einen Ausflug. Zuerst fahren wir zum Columbia State Historical Parc und sehen uns ein „konserviertes“ Goldstädtchen an. Hier gibt es neben der Möglichkeit Gold zu waschen, eher für die Kinder, ein paar „Originale“, Leute die sich wie in früheren Zeiten verkleideten haben und entweder ein Instrument spielen, flanieren oder die vierspännige Postkutsche fahren. Hübsch gemacht, trotz Samstag ist zum Glück nicht so viel los, sodass man sich die Saloons, Läden und auch eine Schmiede näher anschauen kann. Speziell beeindruckt hat uns ein Hügel, von dem heute nur noch Felsen übrig geblieben sind. Die Goldgräber haben die Erde komplett abgetragen. Unser Ausflug geht weiter nach Murphys, wir kommen durch ein Weinanbaugebiet. Im Ort selber stellen wir unser Auto auf einen Gratisparkplatz und schlendern die Main Street entlang. Es gibt einige hübsche Häuser, beim Hotel könnte man meinen es stünde in Südfrankreich. Ansonsten gibt es hier vor allem Weinprobelokale, Restaurants und Andenkenläden. In einem hübschen Mexikanischen Restaurant setzen wir uns in den Garten und essen einen Burrito und Salat. Mit gefülltem Magen und ein wenig unter der Hitze leidend, fahren wir zurück zum Camping und verbringen den Nachmittag im Schatten des D-Hai.

Freitag, 02.10.2020
Wir haben unruhig geschlafen und zwischendurch immer wieder mal nach Shell gesehen. Zum Glück schläft sie seelenruhig. Heute Morgen wirkt sie total normal, frisst und trinkt. Es wird schnell warm, wir fahren los und folgen dem HW 49 entlang einer Talflanke, es geht mal hoch und mal runter in vielen Kurven. Unterwegs spaziert vor uns ein Luchs über die Strasse. Zudem kommen wir durch ein Gebiet das vor kurzem gebrannt hat, die Flammen sind ganz dicht an die Häuser herangekommen, eine gruselige Vorstellung. In Sonora angekommen suchen wir uns einen Parkplatz und machen einen Spaziergang die Hauptstrasse hoch und runter. Anschliessend gehen wir einkaufen. Im Internet konnte ich in der nahen Tuttletown Recreation Area einen Platz für 2 Nächte reservieren. Der Platz ist jetzt nicht der Brüller aber wir haben eine schöne Aussicht auf den New Melones Lake. Um uns gibt es Rehe und vom See dröhnen die Motoren der Boote und Jetskis herauf. Leider hat Shell auch heute wieder Probleme, wir vermuten die Hitze und vorallem zuwenig Flüssigkeit weil wir sie nämlich an einem nahen Wasserhahn immer wieder nass machen. Mit ein wenig Bier können wir sie aber dann doch zum trinken animieren. Kurze Zeit später ist alles wieder ok. Da müssen wir morgen noch mehr darauf achten. Es ist aber auch heiss mit 36°C und es geht kaum ein Lüftchen und wenn dann ist es heiss. Wir sitzen noch lange draussen und warten ab bis unser D-Hai im Inneren wieder angenehme Temperaturen aufweist bevor wir ins Bett gehen.

Donnerstag, 01.10.2020
Aufstehen und losfahren ist auch heute wieder die Devise. Durch ein Valley fast ohne Rauch geht’s zum El Capitan. Wir suchen die Kletterer von gestern, finden aber nur in einer Wand ein paar Leute die dort „hängend“ übernachtet haben. Weiter geht es zum Glacier Point, bei der Tunnel View gönnen wir uns nochmal einen Blick zurück. Leider hat aber schon wieder Rauch das Zepter übernommen. Die Strasse windet sich nun fast 40km durch die Landschaft bis zu den atemberaubenden Aussichtspunkten Washburn und Glacier Point. Hoch über dem Yosemite Valley hat man fast das Gefühl über der Landschaft zu schweben. Wir haben Glück, der Rauch hat sich wieder verzogen und ein ungetrübter Blick fällt auf das 1‘000m unter uns liegende Tal und seine es umgebenden Granitdome. Direkt vor uns steht der Half Dome, der aus dieser Perspektive seine Faszination erst so richtig entfaltet. Nachdem wir die Aussicht ausreichend genossen haben, setzen wir uns mit Blick auf den Half Dome zum Frühstück. Es ist schon nach 11.00h als wir weiter fahren. Es geht zurück zum HW 41 und dann runter Richtung Oakhurst. Leider ist die Mariposa Grove mit ihren riesigen Sequoias wegen Feuergefahr geschlossen und auch das schöne Wawona mit einem tollen Hotel ist zu. Nachdem wir im heissen Tal bei 35°C angekommen sind versuchen wir, ob wir am Bass Lake einen offenen Campingplatz finden, alles zu. Wir fahren also weiter, jetzt wieder Richtung Norden auf dem HW 49 bis nach Mariposa. Hier stellen wir uns auf dem Fairground auf den Zeltplatz und schwitzen uns durch den Nachmittag. Es geht kein Lüftchen und es ist wieder rauchig. Shell hat plötzlich Probleme und torkelt durch die Gegend. Wir kühlen sie ab und versuchen ihr Flüssigkeit einzuflösen, kurz darauf ist sie wieder ok. Komischerweise hat sie heute trotz Hitze relativ wenig getrunken.

Mittwoch, 30.09.2020
Um 7.00h ist Tagwache, nach einer Dusche und ohne Frühstück fahren wir los zum berühmten Yosemite Valley. Unterwegs verlieren wir dann wegen einer Baustelle 20min. Mann, da hätten wir ja glatt zuerst frühstücken können. Leider ist die Sicht auch heute wieder durch den Rauch getrübt. Am „El Portal“ ist es deshalb fast unmöglich, das Tal in seiner ganzen Schönheit zu erahnen. Dafür haben wir später eine spezielle Atmosphäre als wir „El Capitan“ vor uns sehen. An seiner Flanke sehen wir weit oben Kletterer, die sich die Wand hoch hangeln. Unglaublich, wie man so einen vertikalen glatten Felsen bezwingen kann. Im Yosemite Village angekommen nutzen wir das Internet und versuchen einen Platz auf einem Campground hier im Valley zu ergattern und es klappt! Glück gehabt, da hat wahrscheinlich gerade einer seine Reservation storniert. Nun sind wir bereit für ein Frühstück. Nachdem wir im Grocery Store noch ein paar fehlende Lebensmittel eingekauft haben, holen wir uns in einem Restaurant einen Donut und Kaffee. An der frischen Luft vertilgen wir alles und machen uns dann auf zum Wohni. Es ist schon Mittag, sodass wir als erstes unseren Campingplatz aufsuchen und uns einrichten. Nun ist es Zeit für einen Spaziergang zum Mirror Lake, von dem man den Half Dome gut sehen kann. Unterwegs beobachten wir am North Dome wieder Kletterer und geniessen dann eine Weile, auf einem grossen Felsen sitzend, die Sicht auf die Steilwand des Half Dome, die aber leider noch im Schatten liegt. Gegen 15.00h sind wir zurück auf dem Camping. Eine ganze Weile können wir noch draussen die warmen Temperaturen geniessen bevor wir drin kochen und den Abend ruhig ausklingen lassen. Unglaublich aber wahr, es gibt tatsächlich immer noch unverbesserliche, die es sich erlauben, trotz absolutem Feuerverbot, ein Lagerfeuer anzuzünden und keiner stört sich daran?!? Soll einer diese Menschen in diesem Land verstehen.

Dienstag, 29.09.2020
Wir haben prima geschlafen, es war absolut still. Leider hat sich über Nacht wieder Rauch ins Land geschlichen und vernebelt die Aussicht, echt schade für die heutige Strecke. Beim Frühstück eine böse Überraschung, unser Toastbrot ist grau, nicht schlimm, Hermi backt Pancakes, grins. Nun müssen wir die ganze Strecke zurück zum Eingang des Nationalparks, fast 50km. Oben angekommen zeigen wir unsere Reservierung, man kommt im Moment nur rein wenn man vorher im Internet einen Day Use Eintritt bezahlt hat (2$), der dann aber 7 Tage gilt. Wir bekommen ein Permit ausgehändigt und dürfen passieren. Die Tioga Pass Road führt durch Sümpfe, die im Moment trocken sind, durch ausgedehnte Wälder und an den verschiedenen berühmten sogenannten Dome‘s vorbei. Es sind Berge aus Granit, die ihre heutige Form durch Gletscher erhalten haben, durch die sie tausende von Jahren geschliffen wurden. Es gibt schöne Ausblicke an einem See leider ist heute einfach die ganze Landschaft in Rauch gehüllt. Am Olmsted Point machen wir Mittagspause und geniessen eine Weile die Berge in der Ferne. Kurz darauf sehen wir einen Waldbrand, ui, da müssen wir dran vorbei. An der Strasse steht ein Schild „künstlich gelegtes Feuer“ und auch die Feuerwehr. Die Strasse führt wirklich ganz nah an den lodernden Flammen vorbei und überall kann man rauchende Stämme sehen. Schnell fahren wir weiter und kommen darauf in einen intakten Wald, der uns bis zur Einmündung der Strasse in die Big Oak Flat Road die Aussicht versperrt. Da im Nationalpark nur der grosse Campingplatz im Valley geöffnet ist, natürlich total ausgebucht, fahren wir aus dem Park hinaus bis zu einem privaten RV Resort. Alle anderen Plätze und auch der Nationalforest sind wegen Brandgefahr gesperrt. Wir beissen in den sauren Apfel und bezahlen 69$ für die Nacht, schon abgezogen der Good Sam Rabatt von 10%. Wir sitzen noch lange draussen, hier im Westen der Sierra ist es noch richtig heiss und es kühlt erst ab, als die Sonne hinter den Bergen verschwindet.

Montag, 28.09.2020
Vor der Weiterfahrt gönnen wir uns nochmal ein Bad. Erfrischt und mit gut angeregtem Kreislauf, (das Wasser war heiss!) fahren wir auf dem HW 395 weiter bis zum Abzweiger nach Bodie und dann zwischen Hügeln immer weiter hinauf zur Ghost Town, die während des Goldrauschs mehr als 8‘000 Einwohner hatte. Für die Besichtigung wird ein Eintritt von 8$ pro Person fällig. Für eine Broschüre mit Erklärungen hätten wir nochmal 3$ bezahlen sollen, das haben wir uns dann gespart. Viele der alten Holzhäuser stehen noch und werden durch die Angestellten des State Park einigermassen in Stand gehalten. Anders als in Garnet kann man hier nicht in die Häuser hinein. Es bleibt nur ein Blick durch die schmutzigen Fenster in die etwas chaotischen Räume. Zum Glück macht mein Handy trotzdem ein paar gute Fotos von verschiedenen Stuben, Geschäftsräumen, einem Restaurant mit Billardtisch und der Schule. Wir spazieren durch die verschiedenen Strassen, entdecken die ehemalige Bank, die in einem Steinhaus untergebracht war und in der noch heute der Tresor steht. Oben am Hügel ist noch eine grosse Mine erhalten, die aber nur mit Führung besichtigt werden kann, die wärend Covid natürlich nicht stattfinden. Es gab eine Turnhalle mit Schaukelringen usw. leider war der Raum zu dunkel für ein Foto. Die Kirche hat uns auch gefallen, sie enthält noch eine schöne kleine Orgel. Da der Ort erst um 1934 verlassen wurde ist auch eine Tankstelle vorhanden, eine Shell-Tankstelle, grins. Im hinteren Teil des Tals haben die Chinesen gehaust, es gab wie so oft damals ein richtiges Chinatown, von dem heute aber nur noch Fragmente stehen. Insgesamt bekommt man noch einen guten Eindruck vom Leben wie es damals hier stattfand. Nach einer guten Stunde haben wir uns satt gesehen und fahren, leider ohne Gold, zurück zum HW 395 und weiter zum Mono Lake. Wir wollen uns die filigranen Tuffsteinformationen ansehen, die am Südwestende des Sees aus dem Seegrund gewachsen sind. Sie wurden freigelegt als der Wasserspiegel sank weil Los Angeles so viel Wasser brauchte. 1982 wurde der See dann schlussendlich geschützt aber der Wasserspiegel hat sich nicht erholt und liegt heute 15m unter dem Niveau von 1950 als die Wasserentnahme begann. Als wir beim State Park ankommen müssen wir entäuscht wieder umdrehen. Die Zufahrt ist geschlossen wegen eines Feuers das hier kürzlich gewütet hat. Wir fahren zurück nach Lee Vining, hier gibt es noch eine weitere Stelle mit Tuffsteinen, die aber nicht so schön sein sollen und nur von weitem betrachtet werden dürfen. Der Ort selber ist auch bekannt für seine teuersten Tankstellen in der ganzen USA. Nach einem Spaziergang dem Ufer entlang zu den Gebilden, die weiss aus dem blauen Wasser leuchten, fahren wir Richtung Yosemite NP. Wir wollen vor dem Parkeingang an der Tioga Road campen. Das Unterfangen scheitert kläglich. Alle Campgrounds und freien Plätze sind geschlossen wegen Feuergefahr. Am Eingang zum Nationalpark fragen wir nach Möglichkeiten, bekommen aber einen negativen Bescheid. Die nächste Möglichkeit ist in Lee Vining ein privater Campground oder etwas weiter nördlich am HW 167 das BLM Land das offen zum Campen ist. Wir rollen also die steile Bergstrasse wieder ins Tal und suchen uns einen Platz oberhalb des Mono Lake. Einsam stehen wir etwas entfernt über dem See und geniessen eine herrliche Aussicht.

Sonntag, 27.09.2020
Es ist 11.00h bis wir bereit für die Weiterfahrt sind. Ich habe mich noch mit dem Permit für die Tiago Road im Yosemite NP abgemüht, weil ich auf der App erst den Button nicht gefunden habe, der den Eintritt nicht verrechnet. Nun haben wir eine Durchfahrtserlaubnis aber einen freien Platz zum Campen habe ich nicht gefunden. Kommt Zeit kommt Rat. Heute fahren wir erstmal weiter bis Bridgeport. Es geht auf gut ausgebauter Strasse durch die Sierra. Noch am Topaz Lake tanken wir und kommen kurz darauf wieder nach Kalifornien. Am Border werden wir nach Früchten und Feuerholz gefragt, dann dürfen wir passieren. Nach knapp 75km kommen wir im kleinen Städtchen an, machen einen Mittagshalt, kaufen ein paar Dinge ein und geniessen ein Glacé. Südlich des Ortes liegen auf einem Hügel die Travertine Hot Springs. Das D-Hai schnauft hinauf und wird geparkt. Ein Spaziergang führt uns suchend durch die Gegend, die die geothermale Aktivität schön aufzeigt. Im Hintergrund kann man die Spitzen der Berge im Yosemite erkennen. Es gibt verschiedene Quelltöpfe von kühl über warm bis heiss. In zweien davon geniessen wir das etwas trübe Wasser. Es ist nach drei Uhr, die Suche nach einem Übernachtungsplatz beginnt. Kurz vor den Hot Springs geht eine Gravelroad ab, hier gibt es ein paar Möglichkeiten für die Nacht zu stehen. Bevor wir uns definitiv entscheiden, fahren wir aber noch wenige Kilometer zum Bridgeport Reservoir an dem zwei Campgrounds ihre Plätze anbieten. Nein, dann doch lieber oben bei den Hot Springs. Da können wir morgen früh gleich nochmal ins heisse Wasser springen. Leider ist auch heute der Wind wieder stark, sodass wir es uns trotz Sonne und milden Temperaturen lieber im Wohni gemütlich machen, bevor wir komplett vom Staub paniert werden. Vor dem Eindunkeln haben wir noch 2 ruhige Nachbarn bekommen.

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