Donnerstag, 22. Juli 2021
Heute klingelt seit langer Zeit mal wieder der Wecker. Wir quälen uns deshalb schon um 6.30h aus den Betten. Es ist noch dunkel, nur die Kirchenglocken verkünden den nahenden Morgen. Wir frühstücken gemütlich, machen uns dann fertig um loszufahren. Unsere Camping-Hosts stehen pünktlich um 8.30h bereit und öffnen das Tor für uns. Nach einer kurzen Fahrt von 20 Minuten erreichen wir den Euro-Latino Racing Service, die Werkstatt des Deutschen Mathias, der hier Fahrzeuge aller Art restauriert, Rennautos für die Wettkämpfe präpariert, Autos aller Art repariert und Overlandern die Möglichkeit bietet, ihre Fahrzeuge einzustellen solange sie zu Hause weilen. Auf dem Platz stehen noch immer Tyche und Steven, die Reparatur ihres russischen Van dauert länger als vorhergesagt. Leider kamen auch noch weitere Probleme hinzu. Auf dem Platz vor uns steht ein Iveco mit einem Aufbau von Phoenix. Es ist ein Paar aus Bern, Ursula und Markus, die die Bremsscheiben ersetzen müssen. Mathias erklärt uns, dass er etwas Verspätung hat und wir eventuell erst morgen dran kommen. Kein Problem, Zeit haben wir. Netterweise bekommen wir eine Führung über das Gelände und viele wertvolle Tipps für Mexiko. Der Tag vergeht mit plaudern und warten, langweilig wird uns nicht. Hermi beginnt mit der Demontage unserer Anhängerkupplung. Wir haben uns entschieden diese hier zu lassen. Wir brauchen sie sicher nicht mehr und so können wir einige Kilo einsparen. Gegen Abend setzen wir uns zu sechst in eine Runde und trinken einen Apero zusammen. Erst als es kühler wird verzieht sich jeder in sein Fahrzeug.

Mittwoch, 21. Juli 2021
Grosse Aufbruchstimmung, Tyche und Steven, unsere niederländischen Nachbarn verlassen den Platz zuerst. Ein wenig später brechen auch Claudia und Thomas von dubu-and-more auf Richtung Südosten. Wir müssen bis morgen warten damit wir unseren Werkstatttermin wahrnehmen können. Langweilig wird uns nicht, ich putze die Dachfenster und setze mich anschliessend mit meinen Fremdsprachenlektionen in den Schatten um zu lernen. Am frühen Nachmittag spazieren wir in die Stadt und nehmen einen späten Lunch ein. Heute probieren wir indische Curryspeisen aus, sehr fein! Zurück auf dem Camping werden wir von einem drohenden Gewitter schon bald ins Innere des Wohnis gescheucht, wo wir uns unseren Computern widmen.

Dienstag, 20. Juli 2021
Wir müssen ein paar unserer Vorräte auffüllen besonders der Salat für Shell fehlt. Die würde Abend‘s ein riesen Theater machen wenn sie ohne ins Bett müsste. In einem schönen Bioladen kaufen wir die benötigten Frischwaren ein. Den Mittag und Nachmittag verbringen wir beim Wohni bevor wir gegen 16.00h zu einem libanesischen Restaurant aufbrechen das wir entdeckt haben. Anschliessend schlendern wir durch die heute wesentlich ruhigere Altstadt und geniessen die schöne Atmosphäre.

Montag, 19. Juli 2021
Nach dem Frühstück ist Hermann in die Werkstatt-Montur gestiegen und hat begonnen die Hinterräder zu überprüfen. Er hat beim Fahren ungewöhnliche Geräusche gehört denen er nachgehen möchte. Thomas steht ihm dabei mit Rat und Tat zur Seite. Sie kommen zum Schlusss, dass das Radlager nun doch defekt ist. Wir brauchen also eine Werkstatt. Glücklicherweise kennen unsere niederländischen Nachbarn eine Werkstatt etwas ausserhalb von San Miguel de Allende, die von einem Deutschen geleitet wird. Dort rufen wir an und bekommen vom Chef Mathias einen Termin für Donnerstag. Nachmittags sitzen wir in grosser Runde alle zusammen und plaudern. Es wird Abend und langsam bekommen wir Hunger. In einem Food-Court, in dem heute aber leider nur wenige Stände offen haben, machen wir es uns gemütlich. Heute haben wir uns für die asiatische Küche entschieden und werden nicht enttäuscht. Gerne hätten wir noch einen Absacker getrunken aber draussen droht ein Gewitter und unsere Dachfenster sind noch offen. Wir eilen nach Hause, das Gewitter zieht zum Glück vorbei und unsere Betten sind trocken geblieben.

Sonntag, 18. Juli 2021
Wir haben gut geschlafen, nur die Kirchenglocken waren ein ungewohntes Geräusch, das seit Europa nie mehr in unseren Schlaf gedrungen ist. Nach einem feinen Frühstück mit Pancakes öffnen wir die Tür um die Sonne herein zu lassen. Nach einer erfrischenden Dusche, die auch den letzten Schlaf aus dem Kopf treibt, ziehe ich mich an. Plötzlich ist draussen Motorengeräusch zu hören. Ein Camper mit niederländischen Kennzeichen fährt auf den Platz und sofort rotten sich alle zusammen um die „Neuen“ zu begrüssen. Wiedermal werden Erfahrungen, Reisepläne und schöne Erinnerungen ausgetauscht, bevor sich jeder für ein Weilchen zurückzieht um die täglichen Arbeiten zu erledigen. Nachmittags starten wir zu einem Rundgang in die Stadt. Toll, hinter jedes Tor das man schaut findet man schöne Innenhöfe und ab und zu sieht man überrascht direkt in die gute Stube der Einheimischen. Je näher wir dem Zentrum kommen desto dichter wird der Verkehr und Menschen sammeln sich an. Durch eine „Desinfektionsschleuse“ kommen wir auf den Hauptplatz mit der Kirche San Miguel de Arcangel. Hier kocht das sonntägliche Leben. Endlos viele Menschen haben sich hier versammelt. Uns ist das definitiv zuviel und so verschwinden wir in einer Strasse wo es ruhiger ist. Claudia und Thomas lassen sich noch ein wenig treiben. In einem Restaurant mit schattigem Innenhof gönnen wir uns ein Bier und gehen dann zurück zum Camping um Shell im Wohni zu abzuladen. Für das Abendessen treffen wir uns wieder mit Dubus und gehen auf die Suche nach einem Restaurant. Leider haben wir heute nicht so viel Glück wie gestern. Wir haben uns für spanische Küche entschieden aber die Gerichte sind nicht sehr einfallsreich und geschmacklich überzeugt auch nicht alles, dafür ist es recht teuer. Unter „ferner liefen“ abgehackt, nun stehen wir wieder auf der Strasse und bummeln nun durch die leeren Gassen zurück zum Camping. Claudia tischt uns zum Nachtisch einen veganen Zitronencheesecake auf. Sehr lecker! Wir verputzen ein grosses Stück das mir dann Nacht‘s auf dem Magen liegt.

Samstag, 17. Juli 2021
Das Hundegebell und der Morgengruss der Hähne hat uns auch heute Nacht begleitet. Nach einer kalten Dusche sind wir nun ready um uns das Mumienmuseum anzusehen. Unsicher über die Platzverhältnisse auf der Strasse und dem Parkplatz davor fragen wir einen Mexikaner, der sein Auto neben uns parkiert hat. Er rät uns ab mit den Fahrzeugen hin zu fahren. Ein Taxi sei einfacher und sicherer. Dubus entscheiden sich die Strecke unter die Räder zu nehmen. Sie sind nicht ganz so hoch und breit wie wir. Wir warten unterdessen und erhalten dann detailierten Bericht. Die Strasse scheint nicht das Problem zu sein aber es gibt schon jetzt eine Warteschlange vor dem Museum. Wir finden, das muss nicht sein und entscheiden uns, schon nach San Miguel de Allende zu fahren. Wir nehmen den Weg über die Berge und vorbei an Dolores Hidalgo. Es ist eine schöne Fahrt die wieder hinauf bis 2‘600m führt. Am Strassenrand wachen Feigenkakteen so gross wie Bäume. Dichte Wälder überziehen die Hänge der Berge um uns und ich entdecke in nicht allzugrosser Entfernung eine Erhebung, die nach einem uralten Vulkan aussieht. Dem ersten in Mexiko. In Dolores Hidalgo wurde am 16. September 1810 durch den Gemeindepfarrer der sogenannte Schrei nach Unabhängigkeit ausgestossen. Sehr geschichtsträchtig also, aber als wir auf der Hauptstrasse den Ort durchqueren finden wir ihn nicht gerade sehenswert. In das enge Gewühl der Strassen, die noch weiter ins Zentrum führen, wollen wir uns an diesem Samstagmorgen auch nicht wagen. So begnügen wir uns mit einem Foto eines Denkmals an der Strasse, das an die Ereignisse erinnert. Nach weiteren 30 km erreichen wir das berühmte San Miguel de Allende. Ich lotse Hermi mitten durch die engen Gassen des Städtchens, anstatt die Umfahrungsstrasse zu nutzen. Wir rumpeln also über die kopfsteingepflasterten Strässchen und dann verpasse ich auch noch den Abzweiger zum Camping. Da alles sehr eng ist gibt es hier praktisch nur Einbahnverkehr. Wir müssen vorbei an geparkten Fahrzeugen und in die Fahrbahn ragenden Bäumen. Zum Schluss finden wir keine Einfahrt zum Camping bzw. einen Torbogen, der definitiv nicht hoch genug für unser D-Hai ist. So ein Mist! Wir versuchen an einer Tankstelle kurz zu parken um uns zu orientieren oder zu Fuss die Situation zu erkunden, werden aber weggewiesen. Parkplätze sind hier praktisch nicht zu finden. Nun ist guter Rat teuer. Wir sind gerade wieder auf dem Rückweg als neben uns ein junger Radfahrer fragt ob wir den Campingplatz suchen. Ja! Wir dürfen ihm folgen und er führt uns zu einem Tor vor demjenigen, das wir nicht durchfahren können. Die Einfahrt ist zwar sehr eng aber mit etwas rangieren passen wir durch. Überraschung, auf dem Platz warten schon Dubus. Sie sind eine kürzere Strecke gefahren und @campervantravelers. Es folgt eine fröhliche Begrüssung, eine Orientierung über den Camping von dem jungen Mann, der uns mit seinem Fahrrad gelotst hat, er ist der Enkel der Eignerin. Wir machen es uns auf dem Platz gemütlich. Dubus erzählen uns vom Mumienmuseum und zeigen Bilder. Ich bin froh, sind wir nicht mitgefahren, es ist gruselig die armen toten Menschen anzusehen, die bei einem Choleraausbruch gestorben sind. Nachmittags sitzen wir im Schatten der Bäume und warten bis unsere Wäsche durch einen Mann abgeholt wird, der den anderen die saubere Wäsche zurückbringt. Es dauert etwas länger als erwartet. Heute scheint in der Stadt einiges los zu sein. Wir haben Hochzeitsfeiern gesehen und da dies grosse Feste sind, muss das Ereignisse allen in der Stadt mit lauten Böllern kundgetan werden. Es knallt so nah und so laut, dass auch Shell es hört und zitternd unter dem Tisch im Wohni Zuflucht nimmt. Neben diesem Krach lässt uns lautes Donnergrollen und der Regen nun auch ins D-Hai flüchten. Die Spuk‘s sind bald vorbei, sodass wir schlussendlich doch noch in Richtung Stadt laufen um Abendessen zu gehen. San Miguel de Allende soll sehr weltoffen sein und eine grosse Schar an Expats beherbergen, die der hiesigen kulinarischen Szene grossen Auftrieb gegeben hat. Wir finden ein nettes Restaurant in einem kleinen Innenhof, das uns mit originellen und schmackhaften Speisen verwöhnt. Zurück auf dem Campingplatz setzen wir uns noch mit den Campervans zusammen und erzählen uns unsere Reisegeschichten.

Freitag, 16. Juli 2021
Man merkt, wir sind in einer Stadt. Rundum gab es heute Nacht Hundegebell und der Hahn hat schon gefühlt um 2.00h gekräht. Zum Glück gibt es Ohrstöpsel für mich, Hermi hält den nächtlichen Krach auch ohne aus. Gestern Abend haben wir noch einen Mann kennengelernt, der mit seinem Velo unterwegs ist, er ist Schweizer! Heute Morgen beim Kaffee hat er uns seine Geschichte erzählt. Er ist schon 4 Jahre auf der Welt unterwegs, immer mit seinem Fahrrad. Er heisst Steven Welti und wurde in Bolivien zum bekannten Mann, nur weil sein Fahrrad geklaut wurde. Die Medien haben seine Geschichte im Fernsehen gebracht, sogar bis ins 20 Minuten Blatt der Schweiz hat er es geschafft. Die Menschen in Bolivien waren so angetan von ihm, dass sie ihm ein neues Fahrrad geschenkt haben. Wir haben eine nette Stunde verplaudert bevor wir uns verabschiedet haben. Gegen 11.00h sind wir zu unseren Rundgang durch diese wunderschöne bunte Stadt gestartet. Aber seht selbst, ich glaube die Bilder sprechen für sich. Nur eine Erklärung, die Dame im rosa Kleid mit Blumenstrauss ist ein Mädchen von 15 Jahren, das seinen Geburtstag, hier genannt Quinze = 15, gross feiert, was hier in Lateinamerika überall üblich ist und das Zeichen ist, dsas sie nun eine Frau ist. Erst gegen 16.00h haben wir uns wieder den Hang hinauf zum Campground gekämpft und uns in unseren Stühlen ausgeruht. Der Tag ist gelaufen, grins.

Donnerstag, 15. Juli 2021
Wir haben schlecht geschlafen, es gab Riesenmücken und ich hatte Bauchweh. Mir ist die Kartoffel von gestern Abend wahrscheinlich nicht bekommen. Sie war innen noch roh. Frühstücken mag ich dann aber schon wieder, also alles nicht so schlimm. Unsere Reise geht weiter über Leon nach Guanajuato. Leon umfahren wir, staunen aber über eine moderne Stadt mit Hochhäusern und vielen Villen. In der Gegend gibt es viel Industrie, daher stammt der Wohlstand. Wir steuern noch den Christo Rey auf dem Cubilete an. Das ist der geografische Mittelpunkt von Mexiko. Eine 23m hohe Christusstatue steht auf einem Hügel (2‘600m.ü.M.) gut 700m über der Hochebene. Die Fahrt hinauf ist rumpelig, weil die Strasse aus Felsstücken besteht, die in Beton gegossen wurden. Es geht recht steil bergauf aber der Umweg lohnt sich. Man hat von oben eine 360° Sicht aufs Umland. Zum Glück sind trotz Ferien auch nicht zu viele Leute hier oben. Wir können bis ganz zum Ende der Strasse fahren und müssen nicht die letzten hundert Meter steil aufsteigen. Drüben am Berg geht es genauso steil und rumpelig wieder hinunter. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Guanajuato. Allerdings wird die Strasse, je näher wir der Stadt kommen, immer schmaler und wir müssen ein paar Tunnel durchfahren, die wir lieber in der Mitte der Strasse durchqueren um nicht an den Rundungen anzuecken. Immer schmaler und steiler geht es nun durch kleine Gassen bergan. Am Ende erwartet uns ein kleiner Camping, eher Parkplatz zu nennen, der eine tolle Aussicht zu den bunten Häusern auf der anderen Talseite bietet. Leider stehen hier auch einige Autos die nur parken, sodass es für unsere beiden Wohnis fast ein wenig eng wird. Ein drittes Wohni steht noch neben uns. Es sind Amis aus Florida die wir schon auf dem Campestre Maranatha in La Paz gesehen haben (@Campervantravelers). Da wir müde sind bleiben wir heute hier oben, ruhen uns aus und gehen früh ins Bett.

Mittwoch, 14. Juli 2021
Ein blauer Himmel begrüsst uns beim Erwachen. Wir lassen es gemütlich angehen und sind um 10.00h bereit für die Abfahrt. Im nächsten Walmart wird noch eingekauft, dann rollen die Wohnis in Richtung eines neuen Bundestaates, nach Jalisco. Heute sind es nur ca. 90km bis nach Lagos de Moreno. Hier haben wir wieder ein Balneario entdeckt das Übernachtungen anbietet. Zuerst stürzen wir uns aber in den Mittagsverkehr und suchen einen Parkplatz für die Fahrzeuge. An einem hübschen grünen Park vor einer Kirche werden wir fündig. Es ist auch gar nicht weit vom Zentrum entfernt. Nach 5 Minuten können wir schöne Kirchen, hübsche Häuser und einen tollen Park bewundern. Eine Bar eines Hotels hat Stühle auf die Strasse gestellt. Hier gönnen wir uns ein Bier. Mexikaner am Nebentisch fragen nach dem Woher und Wohin und spendieren uns zum Schluss noch eine Runde der gleichen Getränke, die wir schon ausgetrunken haben. Claudia und Thomas bekommen nochmal ein Cerveza artesenal… mit 8 und 10% Alkoholgehalt :-). Recht fröhlich führen wir anschliessend unseren Stadtrundgang fort. Zum Glück ist unser Übernachtungsplatz nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt. Dieses Balneario ist sehr gepflegt und gross. Leider sind nur 2 Pools mit Wasser gefüllt. Wir wissen nicht ob der Grund die Pandemie oder einfach der Wochentag ist. Wir machen einen Rundgang über die Anlage, dabei wird Hermi von einem Erpel angegriffen, der sein Weibchen meint verteidigen zu müssen. Nachdem es um 18.00h ruhig wird auf der Anlage haben wir die Pools für uns und können noch ein wenig bädele.

Dienstag, 13. Juli 2021
Kein weiterer Niederschlag und auch der Fluss ist in seinem Bett geblieben. Um 9.30h sind wir alle abfahrtbereit und starten gegen Süden. 70km sind es bis zu unserem ersten Ziel, Jalpa. Kurz vorher machen wir bei einer Mezcal Destillerie Halt und bewundern die blau schimmernden Felder der Aloepflanzungen. Den angebotenen kostenlosen Rundgang durch die Produktion schlagen wir aus, da wir alle keinen Schnaps kaufen möchten und darauf würde es natürlich hinauslaufen. Das angebliche Pueblo Magico Jalpa überzeugt uns nicht. Wir fahren einmal durchs Dorf und wieder zurück. Der Ort ist geschäftig und authentisch aber schöne Häuser sehen wir hier nicht. Nächster Stop wäre Calvillo aber auch hier gilt, einmal durchfahren und vergessen. Nach knapp 170km über Hügel und durch grüne Täler erreichen wir am frühen Nachmittag Aguacalientes. Hier gibt es ein Hotel wo man nächtigen kann. Ein netter Page weist uns ein, führt uns zur Rezeption und dann an unseren Stellplatz an einem kleinen Park, die Plätze verfügen sogar über Strom und Wasser. Beim nahegelegenen Pool gibt es Toiletten und Duschen und das alles für nur 300 Pesos. Alles ist zu unserer Zufriedenheit für eine Nacht. Um 15.00h treffen wir uns zu einem Rundgang durch die Stadt. Bis auf den Hauptplatz mit seiner Kathedrale und einem schönen Palacio finden wir, ist sie nichts Besonderes. Auf der Suche nach einem Restaurant müssen wir leider feststellen, dass wir mit Shell hier nirgends willkommen sind. Zum Schluss landen wir im hübschen Restaurant Rincon Maya am Jardin del Encino. Hermi hat Shell schnell ins Wohni gebracht und so speisen wir doch noch gute mexikanische Küche die nicht nullachtfünfzen ist. Wir warten noch einen Regenschauer ab bevor wir zurück zur Unterkunft gehen und uns für heute von Dubus verabschieden.

Montag, 12. Juli 2021
Es hat die ganze Nacht geregnet, erst kurz für 7.00h hört es auf. Genau richtig, Shell und ich können einen kurzen Spaziergang machen ohne nass zu werden. Um 10.00h haben wir mit Dubus abgemacht um loszufahren. Wir nehmen die 54 raus aus der Stadt. Nach 25km erreichen wir den Abzweiger nach Jerez und folgen nun der 23 bis zum Städtchen. Laut Reiseführer ist hier angeblich nichts los, wenn nicht Touristen aus Reisebussen die Strassen bevölkern. Das sehen wir ganz anders. Heute pulsiert das Leben in den Gassen. Die Menschen sind unterwegs um einzukaufen und zu plaudern. Wir kommen an der Markthalle vorbei und natürlich wieder an Kirchen. Es werden schöne Ledersachen angeboten und Blumengeschäfte stellen ihre bunten Gebinde aus. Als wir uns sattgesehen haben geht die Fahrt weiter. Es dauert im dichten Verkehr bis wir den Stadtrand erreichen. Die beiden Fahrzeuge erregen Aufmerksamkeit. Immer wieder wird uns gewunken und der Daumen nach oben gestreckt. Nach 50 km auf der 23 und dann wieder auf der 54 erreichen wir La Quemada, eine archäologische Städte bei der man übernachten kann. Leider ist das Tor geschlossen, ein netter Mexikaner erklärt uns, wegen Covid hat die Stätte nur von Freitag bis Sonntag geöffnet, schade! Tja, dann müssen wir weiterfahren. Nach weiteren 50km soll es ein Balneario geben, bei dem man übernachten kann. In unserer App steht, man darf keinen Alkohol mitbringen. Das soll angeblich auch kontrolliert werden. Ich mache mir die Mühe und verstecke unseren Wein und das Bier, pro Flasche werden sonst 10 Pesos fällig. Bei der Ankunft interessiert sich niemand für unseren Flaschenvorrat. Wir bezahlen 160 Pesos pro Person, bekommen bunte Bänder ums Handgelenk und dürfen uns einen Platz für die Nacht aussuchen. Die Becken sind angeblich warm, na ja, und eigentlich kann man auch im Fluss baden aber der führt gerade Hochwasser. Wir hoffen er schwillt heute Nacht nicht weiter an sonst stehen wir plötzlich im Wasser. Eine Stunde machen wir es uns draussen noch gemütlich und planen die Route der nächsten Tage, dann treiben uns schwarze Wolken hinein. Wir kochen getrennt und essen gemeinsam bevor sich für den Abend jeder wieder in sein Fahrzeug verzieht. Es ist schön wieder mal für eine Zeit mit Freunden unterwegs zu sein.

Sonntag, 11.07.2021
Im Hotelrestaurant gibt es ein Frühstücksbuffet, das haben wir uns gegönnt. Das war ein guter Start in den Tag. Nächster Programmpunkt, mit der Gondel auf den Cerro de la Buffa. Schon von dem Gondelchen aus hat man eine exzellente Sicht auf die bunte Stadt. Leider dräut am Horizont ein heftiger Regenschauer, sodass wir uns nur kurz umsehen und dann wieder den Rückweg antreten. Wir machen eine Siesta solange es regnet und starten dann erneut zu Fuss ins Zentrum. Die grosse rosa Kathedrale besticht mit den fein gearbeiteten Steingravuren und im Inneren mit einem goldig leuchtenden Hochaltar. Was für ein Prunk und draussen betteln die Gläubigen um ein wenig Geld für das Nötigste um den Tag zu überstehen, katholische Kirche eben. Wir schlendern gemeinsam mit vielen Mexikanern durch die Strassen und Gassen der Innenstadt. Vom vielen Laufen sind wir hungrig. Die Suche nach einem Restaurant das Sonntag‘s offen hat und nicht nur Fastfood anbietet, gestaltet sich schwierig. Schliesslich entscheiden wir uns für ein kleines Restaurant, das neben mexikanischer Küche auch italienisch Speisen anbietet. Hier ist auch Shell willkommen. Wir werden freundlich und schmackhaft verköstigt. Mit vollem Magen fällt uns dann aber leider der Anstieg zum Hotel, wo unsere Wohnis stehen, etwas schwer. Kurzatmig erreiche ich die Anhöhe, wir sind hier immerhin auf 2‘500m.ü.M. Den Abend verbringen wir in den Wohnis und ruhen uns aus. Es ist mollig warm und der Regen prasselt aufs Dach, da könnte man glatt um 18.00h schon schlafen.

Samstag, 10. Juli 2021
10.30h ist Abfahrt zu einer kleinen Wanderung die am Campground 1 startet. Leider kommen wir nicht weit, der gut gepflegte Weg endet nach 300m und nach weiteren 300m enden wir im Nirgendwo. Zurück bei den Wohnis sprechen wir nochmal die heutige Strecke ab. Erster Halt nach 30km ist Sombrerete, unser erstes Pueplo Magico auf dem Festland. Ich würde sagen unser erstes überhaupt, weil auf der Baja die Dörfer nicht wirklich typisch mexikanischen Charakter gehabt haben. Unsere Fahrzeuge parken wir direkt am Platz des Klosters der Franziskaner. Wir spazieren durch die hübschen, authentischen Gassen die in keiner Weise touristisch sind. Ein neugieriger Mexikaner erkundigt sich nach unseren Fahrzeugen und dem woher und wohin. Überall nette Menschen die fröhlich grüssen. Hier gibt es noch Läden wie bei uns vor 50 Jahren. Vorallem fallen uns die Zapaterias auf, Schuhläden gibt es hier an jeder Ecke und dazwischen auch! Drei Kirchen stehen in einem Karee von 300 Metern. Wir schlendern umher, entdecken einen Schuhputzer, einen Metzger, ein Geschäft das Puppen für Feste verkauft und und und. Man kann sich kaum sattsehen. Vor dem Gemeindehaus spricht uns ein Security-Man an und erzählt in Spanisch über die Sehenswürdigkeiten des Städtchens und der Region. Leider versteht auch Claudia nur die Hälfte aber wir nicken alle freundlich, vale vale (ok). Wir haben Glück und sind genau in dem Augenblick zurück bei den Wohnis als es anfängt zu regnen. Die weitere Strecke führt durch die Hochebene und bietet wenig Abwechslung. In einem kleinen Strassendorf finden wir einen Agua Purificada Laden und füllen unser Trinkwasser auf. Nun sind es noch knapp 70km bis Zacatecas, unserem heutigen Ziel. Unterwegs wird zweimal eine Maut fällig. Wir fragen uns wie die Mexikaner das berappen, es waren immerhin wieder über 3 Franken auf 200km. In Zacatecas führt uns eine gute Beschilderung und unser Navi ohne Umwege zum Hotel Baruk Teleferico. Bei der Rezeption bezahlen wir zwei Übernachtungen. Nun sollen wir draussen warten, ein Mitarbeiter wird uns einweisen. Leider verstehen wir einen Hotelangestellten falsch, der mit seinem Fahrzeug übers Gelände fährt und folgen ihm. Vorallem Hermi ist mit dem D-Hai eine sehr steile Rampe hinauf gefahren und hat nun Mühe unser schweres Fahrzeug am Hang zu wenden. Allein durch das Gewicht rutscht das Wohni immer näher zu einer Mauer. Hermi schafft es dann aber doch zu wenden und langsam das Strässchen wieder hinunter zu fahren. Wir bekommen einen Platz an einer engen Strasse ohne Ausgang zugewiesen. Unter uns grinst ein grosser Platz mit genügend Fläche zu uns hoch. Soll einer die Mexikaner verstehen. Wir richten uns kurz ein und spazieren dann gemütlich hinunter ins Zentrum. Der Blick der sich uns bietet ist toll und unten warten kleine Kneipen und hübsche Restaurants auf uns. Nach einem Bier-Apero lassen wir uns in einem Restaurant an einem hübschen Platz nieder und bestellen Arrachera mit Beilagen. Zum Schrecken aller Gäste hat sich vor dem Restaurant ein Sänger mit einem Lautsprecher plaziert. Er singt so falsch, dass sich die Leute rundum an den Tischen ausschütten vor Lachen. Er aber singt unverdrossen weiter und schickt auch noch seine Tochter um einen Obulus einzukassieren. Nach dem Essen verdunkelt sich der Himmel schlagartig. Wir steigen schnell hinauf zu unserem Hotel ohne nass zu werden. Erst als ich noch schnell zum Duschen gehe werde ich auf dem kurzen Rückweg zum Wohni regelrecht durchweicht. Das Abtrocknen nach der Dusche hätte ich mir sparen können!

Freitag, 09. Juli 2021
Die Sonne scheint von einem blauen Himmel als wir um kurz vor 8.00h erwachen. Oh je, unser Brot ist grau, dann gibt es eben Pancakes, fein! Nach dem Frühstück starten wir unsere Wanderung. Wau, es geht vorbei an tollen Fels- Säulen und Formationen. Der Weg ist sehr schön angelegt und gut gekennzeichnet, trotzdem verpassen wir erst den Abzweig zum Mirador und müssen deshalb einige Meter zurückgehen. Es geht bergan zwischen frisch ergrünten Bäumen, Wiesen und Blumen. Hier erwacht die Natur nicht im Frühling sondern erst mit der Regenzeit. Nach einer halben Stunde erreichen wir die Krete und einen hübschen Mirador mit Aussicht auf die Ebene, durch die wir gestern gefahren sind. Hier oben funktioniert das Internet wieder und so sitzen wir eine Weile, checken Emails, die sozialen Medien und lesen die Nachrichten der Welt. Zum Schluss sehen wir uns noch den Wetterbericht an, der für Morgen Regen meldet. Shell macht uns einen Moment lang Sorgen weil sie an dem operierten Fuss hinkt. Nach der Pause ist von Hinken nichts mehr zu sehen und sie springt fröhlich bellend um uns herum, Glück gehabt. Auf der Rückseite der Felsinseln, im nächsten Tal, gehen wir wieder hinab zum Hauptweg und von dort sind wir in 5 Minuten zurück bei unseren Wohnis. Für die 3 Kilometer haben wir ca. 1 ½ Stunden benötigt. Wir machen Mittagspause in der Sonne. Kurz nach 15.00h müssen wir ins Innere fliehen weil es anfängt zu regnen. Nun sitzen wir gemütlich drin und lesen. Nachdem jeder sein Abendessen gekocht hat sitzen wir bei uns und schlagen uns die Bäuche voll.

Donnerstag, 08. Juli 2021
Nach dem Frühstück spazieren wir ins Tal bis wir den kleinen Wasserfall im Hintergrund erkennen können. Der restliche Weg bis dahin ist ziemlich felsig, klettern wollen wir aber nicht, wir drehen um. Auf der Ranch winken wir zum Abschied, dann fahren wir nach Durango zum Einkaufen. Eine Stunde später sind wir ready für die Weiterfahrt. Unser nächster Stop ist in Nombre de Dios. Das ist der älteste Ort im Staat Durango. Wir passieren bei der Einfahrt einige wenige Souvenirläden, ansonsten ist der Dorfkern sehr authentisch. Am Hauptplatz, dem Zocolo steht die Kirche San Pedro Apostol. Leider ist sie heute geschlossen. Sie ist UNESCO Weltkulturerbe und wurde um 1550 erbaut. Heute war Markt, die letzten Stände bieten noch ihre Waren an. Einer bietet Mezcal an, der Schnaps mit dem Skorpion. Nun haben wir noch gut 60km vor uns. Das heutige Ziel ist der Nationalpark Sierra de Organos. Er hat 4 hübsche Campingstellen, wir schauen uns alle an und entscheiden uns für den letzten. Er liegt schön zwischen hohen Felsäulen eingebettet. Wir beschäftigen uns etwas mit der Route für die nächsten Tage und einem kalten Bier bevor gekocht wird. Da der Wind um die Bäume zieht setzen wir uns alle ins D-Hai und geniessen den fein gekochten Znacht.

Mittwoch, 07. Juli 2021
Nachdem es gestern Abend noch stark geregnet hat wurde es Nacht‘s ruhig. Wir haben herrlich geschlafen. Da die Zeit gestern um eine Stunde umgestellt hat, sind wir um 7.30h aufgestanden, gestern wäre es noch 6.30h gewesen. Frisch und munter machen wir alle gemeinsam einen Spaziergang zu dem Wasserfall des Naturparks. Begleitet werden wir von drei einheimischen Hunden, die aber immer wieder zum Kühe jagen verschwinden. Die Landschaft bietet hier auch noch ein paar schöne Felsformationen. Leider fängt es auf dem Rückweg an zu nieseln. Etwas durchnässt aber zufrieden sind wir nach 1 ½ Stunden zurück bei den Wohnis und fahren los. Zuerst steigt die Strasse noch auf über 2‘800m.ü.M. bevor sie langsam wieder in tiefere Gefilde führt. Nach 30km treffen wir auf die 40D und rollen nun mit gemütlichen 75kmh ins noch gut 100 km entfernte Durango. Nach einer kurzen Absprache mit unseren Freunden entscheiden wir uns für eine Stadtrundfahrt mit den Wohnis. Hermi und ich sind die Leader und fahren gleich mal falsch, müssen einen Umweg wegen einer Baustelle fahren und landen in einem etwas heruntergekommenen Viertel. Kurz darauf finden wir zurück ins Zentrum und bleiben in einem Stau stecken. An der Kathedrale vorbei geht es nun durch schmalere Gassen die aber glücklicherweise problemlos zu durchfahren sind. Da der Verkehr stark ist und wir nicht wirklich einen sicheren Parkplatz für unsere Gefährte gefunden haben, lenkt Hermi uns aus der Stadt hinaus nach Norden. Nach gut 30 km erreichen wir den kleinen Ort La Joya. In dessen Nähe befindet sich eine Ranch, die alte Kulissen von Filmen birgt, und sich Rancho de John Wayne nennt. Die Kulissen sind sehr heruntergekommen aber wir werden nett vom Chef persönlich begrüsst. Er fragt uns ob wir bei den Bergen hinten übernachten möchten. Ja! Das sieht toll aus. Er fährt mit seinem Pick-up voraus und zeigt uns die Stelle. Bevor er und seine Arbeiter wieder losfahren macht er Fotos von uns allen. Ein wunderbarer Platz ist das hier, mitten in der Natur an einem Bach und mit der Möglichkeit bis zu einem Wasserfall zu laufen. Das Wetter ist etwas wechselhaft aber auf 2‘000 Höhenmetern ist es angenehm warm mit rund 25°C. Den Nachmittag verbringen wir an der frischen Luft und suchen sogar wieder Schatten, als die Sonne herunter brennt. Wir erkunden unsere nähere Umgebung. Thomas entdeckt Blattschneideameisen, ein paar Eidechsen flitzen durchs dünne Gras und Vögel zwitschern in den Bäumen. Wunderbar!

Dienstag, 06. Juli 2021
Pitschnass geschwitzt und von Mücken zerstochen wache ich auf. Hermi erging es da besser, er hat keine Mückenstiche. Wir frühstücken gemütlich zu fünft und machen uns dann abfahrtbereit. Um 9.30h sind wir fertig, frisch geduscht und schon wieder feucht. Kein Gejammer, los geht die Fahrt in die Berge. Die Umfahrungsstrasse bringt uns zur 40D. Das ist die „Bezahl-Autobahn“ nach Durango. Nach ca. 20km fahren wir wieder ab, weil wir uns Concordia anschauen wollen. Als wir näher kommen finden wir, hier gibt es wohl nicht sehr viel zu sehen ausser einer Kirche, zu der man laufen müsste. Es gibt noch endlos viele Kirchen in Mexiko aber der eigentliche Grund warum wir sie nicht anschauen gehen ist, wir wollen nicht schon wieder schwitzen, grins. Für die nächste Etappe bleiben wir noch auf der 40D, weil die Strasse extrem kurvenreich zu sein scheint und nur wegen dem winzigen Ort Copala tun wir uns das nicht an. Kurz vor Potrerillos biegen wir schlussendlich aber doch ab und folgen nun der 40. Sie windet sich zuerst immer höher um einige Bergrücken dann folgt sie dem Berghang nach Osten. Wir passieren erst den Tropic of Cancer später die Grenze vom Bundesstaat Sinaloa nach Durango. Kurve um Kurve steigen wir bis 2‘750m.ü.M. Das Wetter hat hier wie erwartet gewechselt. Es ist bewölkt, später wabern Nebelschwaden und schlussendlich fängt es an zu regnen. Die Temperatur ist von tropischen 31°C auf teilweise 14°C gefallen. Immer wieder öffnet sich aber die Wolkendecke, der Nebel lässt Blicke ins Tal oder auf die vor uns liegende Strasse zu. Wir passieren winzige Dörfchen, Tiere und sogar Papageie sehen und hören wir kreischen. Nach gefühlten 1‘000 Kurven kommen wir im kleinen „La Ciudad“ an und fahren in den Naturpark Mexiquillo, wo wir für 100 Peso pro Person unsere Fahrzeuge für die Nacht parken dürfen. Kaum haben wir uns aufgestellt giesst es für eine Stunde wie aus Kübeln. Claudia und Thomas werden beim Wechsel von ihrem Wohni zu uns pitschnass bei nur 5m Abstand. Im D-Hai sind es noch kuschelige 27°C, eine gute Temperatur um ein Bier zu zischen. Anschliessend machen wir eine Stunde Pause und kochen. Zum Essen und für einen weiteren gemütlichen Tratsch versammeln wir uns wieder im D-Hai.

Montag, 05. Juli 2021
Eine warme, feuchte und mückenreiche Nacht hat den Schlaf nicht gerade gefördert. Den Tag verbringen wir im Schatten und im Pool. Gegen 17.00h machen wir uns fertig für die Stadt. Vorne beim Malecon halten wir einen Pick-up an, der seine Pritsche zur Sitzecke für Passagiere ausgebaut hat, an. Das sind hier die gängigen Taxis. Die Altstadt hat einige sehr schöne Ecken, überzeugt uns aber noch nicht restlos. Im Reiseführer ist erwähnt, dass sie erst irgendwann im 18. Jahrhundert gegründet wurde. Nichtsdestotrotz gefallen uns die bunten Häuser, die hübschen Plätze und die Kathedrale. Dubu’s haben einen Tip für ein Restaurant das sich als excellent herausstellt. Die Männer essen Crevetten-Risotto, Claudia einen Salat mit Crevetten und ich eine Entenbrust mit Süsskartoffelgratin und einer Sauce aus Früchten, delikat! Anschliessend spazieren wir durch die ruhigen und leeren Gassen zurück zum Malecon wo die Post abgeht.

Sonntag, 04. Juli 2021
Erst gegen Morgen falle ich in einen tieferen Schlaf und werde prompt um 7.00h vom Lautsprecher aus tiefen Träumen geweckt. Es gibt Frühstück, wir holen uns Kaffee und essen die Zimtrolle die wir uns noch vom Café geholt haben. Ein erster Blick auf die Küste zeigt uns, es dauert noch ca. 1 Std. bis zur Ankunft. Um 8.30h werden wir aus den Kabinen geschmissen. Shell muss in ihre Box, will das aber gar nicht akzeptieren. Sie beisst sogar um sich. Es dauert ewig bis wir ausschiffen können. Shell kann sich endlich erleichtern. Punkt 10.00h rollt auch das D-Hai von der Fähre. Schnell einsteigen und schon fahren wir zum San Fernando RV Park ca. 8 km in einem Vorort. Der Camping ist nett, sauber und hat einen schönen Pool. Heute Nachmittag findet allerdings ein Kindergeburtstag statt, soll aber um 19.00h fertig sein. Wir machen es uns gemütlich und warten auf unsere Freunde von dubu-and-more die kurz nach 13.00h ankommen. Grosse Begrüssung nach 1 ½ Jahren. Der Nachmittag vergeht wie im Flug. Wir haben uns endlos viel zu erzählen. Abends gehen wir in ein nahes Restaurant das uns Sigrid empfohlen hat. Thomi bestellt sich das Trio und erlebt eine Überraschung, er bekommt Essen für 3 serviert.