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Sonntag, 27. November 2022

Heute erwartet uns die letzte Etappe nach La Paz. Wir wollen sie an einem Tag fahren da es zwischendurch keine wirklich guten Plätze für eine Übernachtung gibt. Wir verabschieden uns von Karin und Sam, die nach Todos Santos fahren. Nachdem wir noch getankt haben, geht es noch vor 10.00h los. Langsam kennen wir die Strecke, es ist das vierte Mal, dass wir sie unter die Räder nehmen. Der erste Teil der Fahrt dem Meer entlang und über die Berge ist wunderschön. Neben uns glitzert das Wasser im hellen Sonnenschein und im Westen erheben sich die Berge klar und grün. Es geht flott voran. Allerdings sind heute auch wieder ein paar komische Vögel unterwegs. Ein Fahrzeug raucht so, dass wir es darin fast nicht sehen können. Ein LKW schleicht vor uns in einer Kurve so langsam, dass wir fast auf ihn drauf fahren und kurz darauf schneidet ein entgegenkommendes Fahrzeug in rasanter Fahrt die Kurve und landet fast auf unserer Kühlerhaube, einmal überholen uns zwei gleichzeitig, jetzt reichts aber! Langsam verschwindet das Meer hinter unserem Rücken. Die Strasse windet sich einem Tal entlang nach Südwesten, dann geht es zurück auf Meereshöhe. Das Land ist nun flach, gespickt mit Kakteen. Der Rest der Strecke ist eher langweilig. Zwei Städtchen unterbrechen die Einöde. 20 km vor dem Ziel glitzert endlich die Bucht von La Paz in der Ferne. Nach 4.5 Stunden und 350 km kommen wir auf dem uns bekannten Camping Maranatha an. Die Eignerin begrüsst uns und heisst uns willkommen. Wir dürfen den ersten Platz besetzen, der mit ein paar Bäumen einladend auf uns wartet. Neben uns stehen zwei deutsche Bimobile. Wir richten uns ein und gehen dann hungrig ins angeschlossene Café um uns eine Pizza mit Salat zu bestellen. Kurz darauf treffen Karin und Sam ein, sie wollten eigentlich unterwegs irgendwo nächtigen aber haben nichts gefunden. Nachdem die Sonne untergegangen ist wird es schnell kühl. Wir setzen uns ins Wohni und sehen nach langer Zeit zum ersten Mal wieder fern.

Samstag, 26. November 2022
Wir stehen früh auf und bringen gleich um acht Uhr die Wäsche rüber zur Lavanderia. Anschliessend frühstücken wir gemütlich und verbringen den Tag mit Lesen und an der Sonne sitzen. Nachmittags holen wir die saubere Wäsche wieder ab und verstauen sie. Auf dem Campingplatz ist Tucks Truck eingetroffen und noch ein deutsches Paar mit einem Expeditionsfahrzeug. Wir unterhalten uns kurz. Abends haben wir nochmal mit Julia und Bastian abgemacht, um wieder gemeinsam zu essen.

Freitag, 25. November 2022

Wir verlassen heute unseren schönen Strandplatz und fahren nach Loreto. Der Wind hat schon früh aufgefrischt und türmt Wellen auf. Über den Bergen hängt Sand in der Luft. Die heutige Etappe ist kurvig und führt zweimal über kleine Pässe. Beim Ersten müssen wir hinter zwei Lastwagen herschleichen. Es folgt eine grosse Ebene, begrenzt durch zwei Bergketten. Hier gibt es sogar etwas Landwirtschaft. An einer Militärkontrolle werden wir freundlich mit einem "how are you" empfangen und mit einem Lächeln durchgewinkt. Nun sind es noch 25 recht kurvige Kilometer bis zum Pueblo Magico am Meer. Auf dem uns schon bekannten Campingplatz ergattern wir gerade noch zwei etwas enge Plätze. Auf einem Spaziergang erkunden wir das Städtchen. Es hat sich fast nicht's geändert seit unserem letzten Aufenthalt im Sommer 2021. Am Hauptplatz gönnen wir uns einen Drink und einen Snack. Bevor wir zum Campingplatz zurückgehen, besuchen wir noch Julia und Bastian mit ihrer Hündin Elia. Wir haben sie zuletzt an Silvester in Yucatan gesehen. Wir verabreden uns für den Abend, um gemeinsam essen zu gehen. Nachdem wir im Wohni unsere Wäsche für die Lavanderia bereit gemacht haben, ist es auch schon Zeit für unser Treffen. Zu sechst verbringen wir einen vergnügten Abend, tanzen zu Musik und kippen die eine oder andere Margarita. Erst nach 23 Uhr nehmen wir den Weg zurück zum Camping... und stehen vor verschlossenem Tor, so ein Mist! Wir tigern rund um das Gelände, finden aber keinen Einlass und natürlich ist so spät auch niemand mehr wach. Zurück am Tor begutachten wir nochmal das Schloss. Siehe da, das ist ja offen, grins. Erleichtert schlüpfen wir hinein und verabschieden uns für die Nacht von Karin und Sam.

Donnerstag, 24. November 2022

Strandtag der vom Winde verweht wird.

Mittwoch, 23. November 2022
Wir haben gut geschlafen, ich sogar bis nach 8.00h. Herrlich! Der Himmel ist bewölkt, aber es klart bald auf. Die Temperatur steigt schnell über die 20°C Grenze. Bald sitzen wir im hellen Sonnenlicht und geniessen einfach den Tag. Karin und Sam sind nach Mulege gefahren. Wir halten derweil hier die Stellung. Nach einem kurzen Spaziergang entlang der Bucht trinken wir im Restaurant ein Bier und nutzen das schwache Internet für die nötigsten Informationen. Zurück beim Wohni sitzen wir noch eine Weile in der Sonne. Leider weht mal wieder ein kühler Nordwind und treibt uns, noch bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet, ins Innere. Abends kochen wir für uns vier Risotto und sitzen noch eine Weile gemütlich zusammen.

Dienstag, 22. November 2022

Um 9.45h verlassen wie die Stadt und fahren auf gerader Strasse den Bergen entgegen. Die innere Uhr stimmt nun wieder besser mit dem Tageslicht überein. Die Sonne scheint und es wird schnell wärmer. Am Strassenrand begegnet uns ein Kojote. Das Land streckt sich flach vor uns aus, die Vegetation ist karg, es gibt nur ein paar Büsche, kein Kaktus ist zu sehen. Im Radio singt Elton John gegen die Fahrgeräusche und die Langeweile an. An einer Baustelle müssen wir halten. Drei Mexikaner scheinen sich ein Rennen zu liefern und brettern an uns vorbei. Wir haben ca. 20 Meter Distanz zum Mann mit der Flagge. Dort steht schon ein Fahrzeug. Die drei Verrückten überholen uns und müssen voll in die Bremsen steigen, um halten zu können. Der Zweite fährt dem Ersten trotzdem ins Heck. Zum Glück ist weiter nichts passiert. An der nächsten Baustelle rätseln wir erst, auf welcher Seite wir vorbeifahren müssen, da keine klare Beschilderung existiert. Wir entscheiden uns für die linke Seite. Glück gehabt, das war richtig. Geduld ist allerdings gefragt, da man auf dem ungeteerten Bypass nur langsam vorankommt und die Baustelle endlos lang erscheint. In der Nähe der Berge wird es wieder interessanter, Kakteen begleiten uns von Zeit zu Zeit. Kurz vor San Ignacio passieren wir einen Kontrollposten und müssen eine Inspektion über uns ergehen lassen. Der Beamte ist freundlich, aber frech, will uns einen Kaffeebecher abluchsen. ich gebe aber nicht klein bei. Zum Schluss gibt er sich notgedrungen mit einer Pepsi zufrieden, eine Cola wäre ihm lieber gewesen. Im Ort machen wir eine Pause am Hauptplatz, sehen uns die Kirche an und trinken ein Frappé auf der Terrasse eines Restaurants. Es ist so warm, dass wir uns freuen, im Schatten sitzen zu können. Weiter geht es, links von uns ragt der Vulkan Tres Virgens 1'900m in den Himmel. Nach 60 km erreichen wir wieder den Gulf of California. Santa Rosalita lassen wir diesmal aus. Dort steht eine Kirche aus Stahl die von Eiffel entworfen wurde. Das haben wir uns vor zwei Jahren angeschaut. Karin fährt voraus und braust im Eilzugstempo nach Mulege und gleich weiter bis zur Playa Santispac, unserem heutigen Ziel. Immer wieder werden wir gebremst von Bauarbeiten, die an der Strasse durchgeführt werden müssen, weil sie im September bei einem Hurrikan beschädigt wurde. Der Strand liegt gut geschützt vor dem Nordwind an der Bahia Concepcion. Wir ergattern denselben Platz, den wir die letzten beiden Male besetzt haben. Nach der langen Fahrerei gönnen wir uns erst eine Margarita und gehen anschliessend essen. Mit einem letzten Glas Wein beschliessen wir den Tag.

Montag, 21. November 2022

Wir haben sehr gut geschlafen, das leise plätschern der Wellen hat uns die ganze Nacht begleitet. Der Wind ist wie jeden Abend nämlich nach Sonmenuntergang eingeschlafen und erwacht erst wieder gegen 10.00h. Die Temperatur ist Nachts nicht unter 16°C gefallen und die Sonne strahlt schon wieder von einem wolkenlosen Himmel. Wir machen uns bald fertig für die Abfahrt. Karin und Sam brauchen noch etwas Zeit. Wir werden sie in Guerrero Negro wieder treffen. Der Bucht entlang geht es zurück zur Hauptstrasse Nr.12. Unser Iveco macht uns jetzt weniger Probleme. Hermi hat noch einen zweiten Stein gefunden und nun ist das Rattern weg. Der Anlasser funktioniert meist auch ohne Probleme, ausser wenn der Motor warm ist, dann stottert er bis er startet aber eine Fehlermeldung kam nie mehr. Haltet die Daumen für uns gedrückt, damit das so bleibt. Die Fahrt geht die gleiche Strecke zurück, dann treffen wir auf die Trans Peninsula und wenden uns nach Süden. Ein Kakteenwald begleitet uns. Auf der Hauptstrecke ist der Verkehr wieder stärker. Auch einige Fahrradfahrer haben die Strecke unter ihre Reifen genommen. Wir bewundern sie, diese Strecke ist endlos ist fast endlos und das Asphaltband schmal. Eine Fahrt auf zwei Rädern mit Gepäck, teilweise mit starkem Wind ist kein Zuckerschlecken. Längere Zeit folgen wir drei Sattelschleppern durch eine coupierte Landschaft. In der Ferne leuchtet nun wieder der Pazifik. Die Strasse wird plötzlich breiter und hat nun2 auch wieder einen schmalen Seitenstreifen, leider ist das schon bald wieder vorbei Bis auf ein Dorf ist die Gegend menschenleer. Von unserer ersten Reise erinnere ich mich an viele Raubvogelnester, es gibt sie noch aber Vögel sehen wir keine. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit knacken wir heute die 25°C Grenze und können mit offenem Fenster fahren, herrlich! 70 km vor Guerrero Negro geht es geradeaus, ohne die nervigen Kurven dafür langweilig. Kurz vor dem Städtchen passieren wir die Grenze zur Baja California Sur. Eine Agrar Kontrolle haben wir zu passieren und müssen 20 Pesos für eine "Desinfektion" bezahlen, ziemlich lächerlich. Im Städtchen fahren wir kurz beim Supermarkt vorbei, tanken Diesel und Wasser und platzieren uns dann im Hof des Hotels Malarrimo, wo wir schon vor zwei Jahren standen. Neben uns steht ein italienischer Van. Karin und Sam kommen wenig später auch an. Nachmittags lade ich endlich mal wieder die Homepage und Abends gehen wir zu viert im Restaurant des Hotels essen.

 

Ich habe vor einigen Tagen begonnen, meine Gedanken während der Fahrt aufzuschreiben. Ich hoffe, die detailreichere Beschreibung gefällt euch.

Sonntag, 20. November 2022
Die Bucht und die Gegend gefallen uns, deshalb werden wir heute nur ein paar Kilometer fahren und uns an der Punta la Gringa einen freien Stellplatz suchen. Leider bläst bald wieder ein starker, böiger Wind. Die Hoffnung, hinter den Hügeln sei es ruhiger, bestätigt sich nicht. Wir stellen deshalb unsere Fahrzeuge so auf, dass sie ein Windschild bilden. Schnell sind die Stühle ausgepackt und wir machen es uns an der Sonne gemütlich. Nachmittags machen wir noch einen Spaziergang am Strand, sprechen mit einem jungen deutschen Paar ein paar Minuten und verziehen uns bei Sonnenuntergang in die Wärme unseres D-Hai.

Samstag, 19. November 2022

Tägliche Morgenroutine, dann sind wir wieder zurück auf der Carretera 1 Richtung Süden. Es ist ein windiger, aber sonniger Morgen. Die Landschaft um uns ist weit und offen. Wir kommen an ein paar Ranchos vorbei, aber sonst ist es hier menschenleer. Kakteenfelder und Steinwüsten, wenige Flussbetten und sogar ein seichter See fliegen vorbei. An der Kreuzung, wo die Strasse Nr. 5 auf die Trans Peninsula trifft, stoppen wir bei einem sehr hübschen Café. Hier gibt es Internet, wir trinken Kaffee und essen einen Snack. Alle 4 sind wir am Handy, rufen zu Hause an und laden Bilder ins Netz. Wir erfahren, dass Jean-Francoise schon weiter nach Süden gefahren ist. Wir werden ihn wahrscheinlich erst in La Paz wieder treffen. Nach einer Stunde Pause geht es weiter. Von hier aus werden wir nun dieselbe Strecke wie vor knapp zwei Jahren fahren, mit ein paar neuen Abstechern. Die Landschaft ändert nicht gross, aber plötzlich blühen für einige Kilometer rundum kleine lila Blumen. Der Wind ist heftig, die Strasse schmal, Hermi muss das D-Hai gut festhalten, besonders wenn wir die grossen Trucks kreuzen. Nach 50 km erreichen wir den Abzweiger zur Bahia de los Angeles. Die Strasse bleibt schmal, aber jetzt gibt es fast keinen Verkehr mehr und der Wind kommt von hinten, viel angenehmer! Ganz zum Schluss folgen wir einem Trockenflussbett und sehen das blaue Meer in der Ferne. Die kleine Gemeinde an der Bucht hat ein paar Restaurants, einen Souvenirshop und einen kleinen Supermarkt ist aber ansonsten trostlos. Wir haben uns ein bisschen ausserhalb eines Campingplatzes mit Café für die Übernachtung ausgesucht. Wir haben Glück und ergattern noch zwei Plätze. So, nun drängt es aber, eine Margerita muss her. Wir setzen uns in den Innenraum, da draussen ein starker Wind weht. Wir bekommen eine grosse frozen Margerita serviert, mit ordentlich Tequila, hicks! Es folgt ein fideler Nachmittag und Abend.

Freitag, 18. November 2022

Wir frühstücken gemeinsam mit Karin und Sam, anschliessend fahren wir zurück zur Hauptstrasse und nehmen den Weg nach Süden wieder unter die Räder. Die ersten 70 km sind nervig. Es geht durch verschiedene Dörfer, die letzten davon sind mit Topes gespickt. Will heissen, hundert Meter fahren, abbremsen, den Puffer langsam überqueren, Gas geben. So geht das X-Fach. Rundherum wird wieder Gemüse angebaut, das scheint hier die Haupteinnahmequelle zu sein. Entsprechend viele Siedlungen haben sich gebildet. Für weitere 40 km geht es etwas näher an der Küste entlang. Langsam tauchen in der Landschaft immer mehr kleinere Kakteen auf. Am Strassenrand blühen gelbe Blumen. Bei El Rosario tanken wir voll. Nun geht es ins Inland der Baja und in die Berge. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel und die Temperatur liegt bei gut 20°C. Die Strasse steigt auf 600m.ü.M. Die ersten Kandelaber Kakteen tauchen auf. Rund um uns öffnet sich die Landschaft und bietet endlich die tollen Blicke, die wir so lieben. Einige von euch wundern sich vielleicht aber wir finden diese steinige Halbwüste einfach grossartigl. Nach 220 km erreichen wir einen Abzweiger an der Trans Peninsula und rollen auf einer Gravelroad hinein ins Kakteen Wunderland. Als Verzierung liegen hier auch noch grosse Bouldersteine. Genau dazwischen suchen wir uns einen Platz und stellen unsere Fahrzeuge auf. Den Nachmittag verbringen wir draussen, machen Fotos der Umgebung, lassen die Drohnen steigen und unterhalten uns gemütlich im warmen Sonnenschein. Das Thermometer knackt heute die 23°C Marke. Abends essen wir gemeinsam und geniessen die angenehme Gesellschaft. Jean-Francoise ist leider nicht bei uns eingetroffen. Wir wissen nicht, wo er steckt, da wir kein Internet haben.

Donnerstag, 17. November 2022

Wir haben uns angewöhnt schon um 6.00h aufzustehen. Es wird dann gerade hell. Nach einem gemütlichen Frühstück geht die Plauderei mit den anderen Overlandern wieder los. Um 9.30h sind wir endlich alle auf der Strasse und fahren im Konvoi nach Ensenada. Erst haben wir gedacht, das mit dem Geräusch hat sich jetzt erledigt, war aber leider ein Trugschluss. In der Stadt verlieren wir uns allerdings wieder. Jean-Francoise und wir kaufen im Walmart südlich der Stadt Lebensmittel ein. Die anderen haben den Supermarkt in der Stadtmitte angepeilt. Gegen Mittag ist endlich alles verstaut. Es kann losgehen. Wir fahren alleine los, da unser Freund noch Sachen für seine Show erledigen muss. Es dauert gefühlt ewig, bis wir die Agglomeration hinter uns lassen. Unzählige Stopp Strassen behindern das Vorwärtskommen. Endlich in der Natur angekommen begleiten uns noch eine Weile grosse Trauben- und Gemüsefelder. Wir müssen immer wieder Hügel erklimmen und fahren zurück in Täler. Das Meer ist wieder ausser Sichtweite. Nach einer Weile treffen wir auf Karin und Sam, die kurz auf uns gewartet haben. Auf Jean-Francoise werden wir erst morgen wieder treffen. Wir besprechen kurz, wo wir nach einem Platz für die Nacht suchen sollen, dann nehmen wir die knapp 100km unter die Räder. Es geht weiter auf und ab durch eine steinige Halbwüste. Grosse Anbauflächen, bedeckt mit Platikplanen säumen den Weg. Die Schönheit der Baja sucht man hier vergebens. Im kleinen Ort Camul biegen wir auf eine Gravelroad Richtung Meer ab. Nach ein paar Kilometern finden wir einen schönen, einsamen Platz für die Nacht gleich auf den Klippen. Schnell räumen wir die Stühle raus und feiern bei Wein und Bier einen schönen Sonnenuntergang. Wir kochen und essen gemeinsam bei uns im Wohni gehen aber früh schlafen.

Mittwoch, 16. November 2022

Wir sind früh wach. Nach dem Frühstück besprechen wir mit den anderen Schweizern den Grenzübertritt und einigen uns, uns im Valle de Guadelupe bei einem Weinproduzenten zu treffen. Die Grenze ist schnell erreicht. Ein netter Beamter checkt unser Fahrzeug und heisst uns in Mexiko willkommen. Wir parken unser Fahrzeug ausserhalb des Zolls und holen uns noch unsere Stempel für den Pass. Nach 10 Minuten ist alles erledigt und wir fahren durch die Strassen von Tecate Richtung Süden. Bei einer blinkenden Ampel fährt Hermi langsam vorbei und schön heult hinter uns ein Polizeihorn und weist uns an, rechts ranzufahren. Der Offizer bemängelt, wir hätten halten müssen. Wir stellen uns erstmal dumm. Er meint das gibt einen Strafzettel für 1'000 Peso, ca. 50 Franken. Wir müssten ihm auf die Polizeistation folgen Er will noch den Führerschein sehen. Ich gebe frech die Kopie raus. Er meint wir könnten die Busse auch gleich bei ihm zahlen. Wir winken ab, wenn schon, dann auf der Polizeistation. Als er merkt, bei uns gibt es nicht's zu holen, meint er plötzlich, ok für heute lasse ich euch weiterfahren aber beim nächsten Mal gibt es kein Pardon. Blödmann, wir bleiben ja auch nicht hier! Etwas ausserhalb der Stadt warten wir auf Jean- Francoise und fahren dann gemeinsam ins Valle de Guadelupe. Beim grossen Weingut La Cetto fragen wir, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürfen. Das wird uns gerne gewährt. Hermi legt sich erstmal unters Auto und schaut, ob er eine Lösung für unsere Probleme findet. Siehe da, ein Stein lag auf einem Rohr. Das war hoffentlich der Klapperer. Nachdem die anderen beiden Schweizer Fahrzeuge auch eingetroffen sind, geniessen wir erst eine Weindegustation und gehen dann alle gemeinsam bei einem benachbarten Weingut Essen. Jean Francoise bestellt sich eine grosse Lasagne. Wir lachen uns alle halb tot als wir die Portion sehen, die er aufgetischt bekommt. Es sind ZWEI Stück und dazu ein Brot, so gross wie zwei Baguette. Zurück bei unseren Fahrzeugen sind noch zwei weitere Overlander eingetroffen, eine Familie aus Zürich und ein ungarisches Paar. Wir wechseln ein paar Worte, verziehen uns dann aber bald ins unser Wohni. Es geht nämlich ein kühler Wind. Wir haben es uns gerade gemütlich gemacht als Jean Francoise feststellt, dass er seinen Autoschlüssel nicht finden kann. Oh je, er hat ihn in seinem Van eingeschlossen. Alle gemeinsam versuchen wir mit guten Ratschlägen, Draht und Beleuchtung irgendwie die Schlüssel zu fischen. Leider misslingt das und der Schlüssel fällt nun auch noch unerreichbar zu Boden. Inzwischen hat sich Sam mit einem Schraubenzieher bewaffnet knd knackt doch tatsächlich problemlos das Schloss. Nichts ist kaputt und alle sind zufrieden. Das muss gefeiert werden und bald sitzen wir alle sieben in unserer guten Stube und lachen uns fast krank über die verrückten Geschichten von Jean-Francoice, die er während seiner Zeit als Künstler erlebt hat. Was für ein toller Tag!