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Donnerstag, 13. Juni 2024

Wir haben es gemütlich genommen und sind erst um 10.30h gestartet. Eingereiht zwischen LKWs geht es weiter auf der Ruta 7. Auch heute rauben uns die Überholmanöver der Einheimischen wieder den Atem. Die Schutzengel haben hier extrem viel zu tun. Die Gegend, durch die wir kommen ist wunderschön und abwechslungsreich. Es ist nun richtig grün geworden, die Flüsse führen Wasser. Kontinuierlich geht es tiefer. Endlich weitet sich das enge Tal. Schneller geht es hier unten allerdings auch nicht. Unzählige Topes zwingen einen zum Schleichen. Wenigstens haben so die Leute genügend Zeit zum Glotzen. Rotlichter scheint auch keinen zu interessieren, gestoppt wird nicht. Die Temperatur ist trotz Bewölkung auf 32° C gestiegen. Nach mehr als 3 Stunden haben wir die 100 km abgespult. Ein Tor verwehrt uns noch den Zugang zum Paradies Vitalis. Laya, die Besitzerin, kommt auf ein kurzes Klingeln und lässt uns ein. Wau, was für ein schönes Grundstück mit einem herrlichen Baumbestand, blühenden Büschen und ruhiger Atmosphäre. Laya empfängt uns und zeigt ihr Paradies mit einem wunderschönen Haus. Ein zweiter Bau mit Küche, Schwimmbad, Terrasse und einer herrlichen Sicht rüber zum Amboro NP steht uns zur Verfügung. Wir kommen gleich ins Gespräch, Walter, ihr Mann und Blacky, ihre Hundedame, gesellen sich dazu. So ein herzlicher Empfang, hier fühlt man sich gleich sehr wohl. Wir müssen uns kurz trennen. Ein Spaziergang führt zur Hauptstrasse und dort zum nächsten Geldautomaten. Nun sind wir wieder flüssig, mit Geld natürlich. In dieser Gegend gibt es Tuk-Tuks. Eines rufen wir heran und lassen uns zum Restaurant Sonnengarten bringen. Es ist ein deutsches Restaurant mit Biergarten und typischen, deftigen Speisen. Eine Ringelwurst mit Sauerkraut und Kartoffelpüree, ein Bier und eine Flasche Malbec verschwinden problemlos in unseren Mägen, nur eine kleine freche Katze bekommt ein Stückchen ab und bedankt sich mit einem Kratzer. Zurück nehmen wir ein Taxi und verbringen dann noch einen vergnügten Abend zu viert. Entschuldigung zu fünft, Blacky die Hundedame ist mit von der Partie.

Mittwoch, 12. Juni 2024

Wir trennen uns für ein paar Tage von den anderen. Spätestens in Santa Cruz werden wir wieder aufeinandertreffen. Der Ruta 5 folgend geht es immer auf und ab. Eine wunderbare, abwechslungsreiche Gegend zieht vorbei. Auf 1'400 m wird in einem Tal fleissig alles Mögliche angebaut. Wir erkennen Trauben, Zwiebeln, Melonen und Zuckerrohr. In der Nähe von Saipina bekommen wir an einer Tankstelle Diesel, diesmal nur in die Kanister und sogar zum Preis der Einheimischen (3.72 Bol = 49 Rappen). In La Palizada versuchen wir nochmal unser Glück, aber die Tankstelle hat keinen Treibstoff. Weiter geht es auf der Ruta 7, plötzlich ist der Verkehr dichter, vor allem LKWs sind nun unterwegs. Geduld ist gefragt, sie schleichen runter und noch mehr hoch. Bei den vielen Kurven in einem engen Tal kann man nicht überholen. Die Bolivianer tun es trotzdem an den unmöglichsten Stellen. Man will nicht wissen, was bei einem Unfall passiert. Hier fährt jeder auch noch ohne Nummernschild. Es ist grüner geworden, die ersten echten Wolken, seit Wochen, tauchen auf. Mit der Zeit ziehen sich die Kilometer wie Kaugummi. Ein letzter Anstieg erwartet das D-Hai, dann erreichen wir Samaipata. An der YPFB-Tankstelle bekommen wir Diesel in unseren Tank, ohne anstehen, diesmal zum Touristenpreis, 8.75 Bol = 1.13 Franken. Der Durchschnitt stimmt also heute, grins. Am Ortsrand befindet sich unser Platz für die Nacht, bei der netten Aida auf der Quinta Gutierrez. Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir die Plaza Prinzipal. Leider ist unser Versuch Geld am ATM zu ziehen nicht von Erfolg gekrönt. Das Restaurant nebenan akzeptiert aber Kreditkarten, sodass wir nicht hungrig ins Bett gehen müssen.

Dienstag, 11. Juni 2024

Fahrtag, es geht Richtung Santa Cruz de la Sierra. Wir sind 3 Fahrzeuge, der Van, der Unimog und wir. Die Familie vom Camping verabschiedet uns herzlich. Raus aus der Stadt sind ein paar wirklich steile Strassen zu bewältigen. Kurve für Kurve geht es in tiefere Lagen. Unterwegs versuchen wir 2-mal unsere Kanister mit Diesel zu füllen, das klappt leider nicht. Der Talgrund ist bei rund 2'000 m.ü.M. erreicht. Man folgt dem Rio Chico. Die Berghänge sind bewachsen mit Bäumen und Kakteen. Verschiedene Vergnügungspark haben sich angesiedelt. Sie sind allerdings zur Zeit alle geschlossen, es ist ja Winter, bei 23°C. Eine Weile fahren wir hinter einem LKW mit einer Ladung Altmetall her. Das Fahrzeug ist so verzogen, dass der Fahrer hinten rechts immer wieder von der Strasse abkommt. Ein Fluss und Tal folgt dem nächsten. Inzwischen herrschen sommerliche Temperaturen. Vor Aiquile wechselt die Landschaft. Wir lassen die Täler hinter uns und haben wieder einen besseren Blick in die Weite. Nach genau 4 Stunden Fahrt und 166 km erreichen wir einen Platz abseits der Strasse, wo wir unser Camp aufbauen. Wir machen es uns im Schatten der Wohnis gemütlich. Die Planung des morgigen Tages nimmt Zeit in Anspruch. Manchmal ist es schwierig Entscheidungen zu treffen, wenn nur wenig Informationen vorhanden sind. Auf jeden Fall freuen sich alle sechs auf den morgigen Tag. Auf einem kurzen Spaziergang erkundige ich ein paar hängende Nester und kann den Verursacher eines lange vermissten Geräusches entdecken, eine Grille. Gegen Abend wird gemeinsam gekocht. Es gibt Pasta mit Bolognese Sauce und Krautsalat. Lecker! Wir sitzen noch bis fast um 21.00h draussen, dann wird es uns definitiv zu kalt.

Montag, 10. Juni 2024

Wir müssen heute ein paar Vorräte einkaufen. Nachdem das erledigt ist, kann der schöne Teil des Tages starten. Ruth und Marco holen uns ab. Gemeinsam spazieren wir durchs Zentrum, hoch zum Restaurant eines Italieners aus Aosta. So heisst auch sein Lokal. Er bietet wunderbare authentische Speisen. Tagliatelle, Gnocchi, Ravioli, hausgemacht mit 10 verschiedenen Saucen zur Auswahl. Wir schlemmen, plaudern und bekommen zum Schluss noch einen Limoncello und Nocino kredenzt. Um die Kalorien wieder abzutrainieren, erklimmen wir einen Mirador mit Blick auf die Stadt. Hier gibt es ein Afogato im Garten Café. Wieder zurück in der Stadt, begleitet mich Ruth zum Friseur, die Männer folgen nach einem Umweg bei einem Schokoladeshop. Auf dem Heimweg machen wir einen Halt beim Mercado Central. Wir erstehen eine SIM-Karte, damit wir auch während der Fahrt online sind. Ruth hilft mir beim Einkauf von Früchten und Gemüse. Unseren Durst stillen wir bei einem Stand, an dem Mutter und Tochter Saftmischungen anbieten, lecker! Nun heisst es Abschied nehmen von unseren neuen lieben Freunden Ruth und Marco. Die beiden haben uns in der kurzen Zeit viel über Land und Leute beigebracht. Wir freuen uns schon, sie hoffentlich im Oktober wieder zu treffen. Auf dem Campingplatz erledigen wir noch ein paar Hausarbeiten, damit wir morgen bereit für die Weiterfahrt sind.

Sonntag, 09. Juni 2024

Wir faulenzen heute. Einzig am frühen Nachmittag kommt kurz Hektik auf. Carolina vom Campingplatz war tanken und kommt mit der Meldung zurück, dass auch wir dort Diesel bekommen, allerdings nur in den Tank, die Kanister dürfen sie nicht füllen. Hermi versucht durch Ansaugen die beiden leeren Kanister zurückzufüllen, aber er kommt nicht durch die Verwindungen, die der Anschluss bis zum Tank hat. An der Tankstelle, gemeinsam mit Carolina, wird der Fahrzeugtank bis obenhin gefüllt. Immerhin passen 30 L hinein. Wir bezahlen den Touripreis, 9 Bolivianos. Zurück auf dem Campingplatz müssen wir uns von dem Stress erholen, hihihi. Gegen Abend gehen wir auf Empfehlung unserer Reisefreunde ins Restaurant La Taverne zum Essen. Eine französische Atmosphäre, Edith Piaf in den Ohren und delikates Essen, inkl. guter Bedienung dürfen wir geniessen. Gut verköstigt nehmen wir den Heimweg auf uns. Hermi versumpft bei den Reisefreunden, ich bin gerädert und krieche ins Bett.

Samstag, 08. Juni 2024

Endlich haben wir wieder mal ohne Unterbruch geschlafen. 2'800m ist für die meisten eine Herausforderung, für uns ist es nach 10 Tagen pure Erholung. Um 10.30h sind wir bei Marco zum Kaffee eingeladen. An diesem Wochenende findet das berühmte Autorennen "Oscar Crespo" hier in Sucre statt. Gemeinsam mit Ruth, Marcos Frau gehen wir zum Hauptplatz und stürzen uns ins Getümmel. Es ist ein herrliches Schauspiel. Die Rennwagen stehen bereit, Motoren heulen auf, schöne Frauen (Boxenluder) gibt es zuhauf. Nach einer Weile entscheiden wir uns, den Anlass mal von oben zu beobachten. Auf dem Dach des Parlamentsgebäude Chuquisaca geniesst man eine grandiose Aussicht über die wunderschöne Stadt. Von hier oben hat man ausserdem direkten Blick auf das Start/Zielgelände. Am frühen Nachmittag gehen wir im Restaurant "El Paso de los abuelos" feine Saltenas essen, das sind bolivianische Empanadas. Zu uns vier stösst noch Ruths Enkelin. Wir sind alle satt und müde, zum Glück sind wir nur wenige hundert Meter von Birchlers Wohnung und unserem Camping entfernt. Auf dem Heimweg gibt es noch feines Eis aus exotischen Früchten auf die Hand. Beim Wohni wird Marco von unseren Reisefreunden in Beschlag genommen. Das Interesse an Bolivien ist natürlich riesig. Er schätzt die Situation für die nächste Zeit nicht sehr rosig ein. Wir Reisenden überlegen uns deshalb, ev. alle zusammen weiterzufahren. Das letzte Wort ist hierbei noch nicht gesprochen. Alle wollen den Montag abwarten, um die Situation dann nochmal neu einzuschätzen. Bevor Birchlers sich verabschieden, besichtigen sie noch den Unimog und unser D-Hai und sind begeistert über unsere Zuhause auf Rädern. Es ist schon fast wieder Abend, die anderen gehen noch in die Stadt und wir machen es uns im Wohni gemütlich. Zum krönenden Abschluss kommt Marco und übergibt uns einen frisch gebackenen Zopf, den wir gegen eine Toblerone eintauschen.

Freitag, 07. Juni 2024

Um 9.30h sind wir bereit und schlängeln uns durch den chaotischen Verkehr raus aus der Stadt. Nach dem Flughafen geht es wieder durch schöne Natur. Die Wüste liegt definitiv hinter uns. Überall stehen Bäume, auch wenn die Landschaft nur mit gelbem, trockenem Gras bewachsen ist. 40 km ausserhalb von Potosi zerschlägt sich unsere Hoffnung ein erstes Mal, Diesel tanken zu können. Eine lange Schlange von LKWs wartet schon, aber die Tankstelle ist geschlossen. Wir fahren weiter. Unsere Vorräte sollten bis zur Grenze nach Argentinien reichen und eilig haben wir es auch nicht. Im weiteren Verlauf der Strecke geht es auf wenigen Kilometern steil hinab in ein Tal. Kaum unten angekommen, muss man auf der anderen Talseite wieder ein Stück hinauf. Der tiefste Punkt ist bei 2'200m erreicht. Allerdings klettert die Strasse dann nochmal auf rund 2'800 m Höhe. Es gibt nicht viel Verkehr, aber bei denen die unterwegs sind bleibt einem, bei deren Fahrstil, manchmal die Spucke weg! Nur ein Beispiel, ein Reisebus schert beim Überholen so schnell aus, dass ich Angst bekomme er könnte kippen. Bei nicht wenigen Fahrzeugen funktioniert kein Bremslicht oder auch nur der Blinker. Die Temperatur ist auf über 25°C gestiegen, die Sonne strahlt wie seit Tagen, vom wolkenlosen Himmel. Die Täler sind fruchtbar. Überall werden Gemüse und Früchte angebaut. Erste Palmen tauchen auf, wie schön. Bei der nächsten Tankstelle ist die Schlange nicht so lang und es gibt Diesel. Der unfreundliche Senor will uns aber nichts verkaufen und weist uns an weiterzufahren. Die Innenstadt von Sucre liegt auf einem Hügel. Um zu unserem Camping zu gelangen, müssen wir mitten durch das chaotische Zentrum, vorbei am Mercado Central. Überraschung, auf dem Camping stehen schon Jaqueline und Henning mit ihrem Unimog. Es dauert ein bisschen bis wir in den engen Platz eingeparkt haben. Nach diesen "Anstrengungen" setzen wir uns zu einem Bier zusammen. Zu uns vier gesellt sich Jürg, der in seinem BMW durch Südamerika reist und auch darin schläft. Nadine und Elias treffen auch ein. Nun ist der Platz komplett belegt. Zum krönenden Schluss erscheint Marco. Er ist aus Tuggen, Hermis früherem Wohnort. Marco lebt seit 2008 mit seiner Familie in Sucre. Er ist im Tourismus tätig, unter anderem als Guide für ganz Bolivien. Er hat auch eine Homepage aufgebaut www.soysucre.info. Nach einer Kennenlernrunde erkunden wir die Stadt. Er zeigt uns den Markt mit seinen Lieblingsverkäuferinnen. Es gibt Stände, nur mit Erdnüssen oder Kartoffeln. Beide stammen aus Südamerika und haben von hier ihren Siegeszug um die Welt angetreten. Für mich als Kartoffelliebhaberin schlichtweg ein Schlaraffenland. Wir gehen anschliessend noch bis zur Plaza Prinzipal und bestaunen ein erstes Mal die schönen, weissen Kolonialbauten. Den Abend beschliessen wir zu dritt in einem Restaurant. Erst um 23.00h strecken wir unsere müden Glieder im Bett.

Donnerstag, 06. Juni 2024

Es war recht ruhig heute Nacht, leider ging aber bei einem Fahrzeug neben uns, um kurz nach 6h die Alarmanlage los. Als wir gemütlich beim Frühstück sitzen, merken wir, dass versucht wird einen kleinen Lieferwagen anzuschieben. Da kann man ja nicht zuschauen. Hermi parkt um und überbrückt, glücklich fahren die beiden Angestellten mit ihrem Gefährt von dannen. Wir bemerken bei der Aktion, dass uns heute Nacht einer unserer gelben Keile geklaut wurde. Was für Schlitzohren! Wir machen ein paar Arbeiten im und ums Wohni. Unter anderem füllt Hermi unseren Dieseltank mit zwei der Kanister. Wir haben erfahren, dass es in den nächsten Tagen schwierig werden könnte zu tanken, deshalb laufen wir mit den 2 Kanistern zu einer Tankstelle in der Nähe. Leider haben die aber nur Benzin. Nach einer Siesta nehmen wir ein Taxi und lassen uns ins Zentrum chauffieren. Ganz bis hin kommen wir nicht, es ist eine Prozession mit Blasmusik im Gang. Wir schauen dem Spektakel eine Weile zu. Ein junger Mann steht neben den Musikern. Er beugt sich zu mir, nimmt meine Hand, heisst mich herzlich willkommen, bedankt sich für mein Kommen und ... gibt mir einen Handkuss?! Ich bin völlig perplex. Ich glaube das war der erste Handkuss meines bald 60 Jahre langen Lebens. Nach diesem Erlebnis muss man sich erst erholen. Im selben Restaurant wie gestern verspeisen wir ein exzellentes Filet und Salat. Der Nachhauseweg durch die einsetzende Dämmerung ist wieder sehr schön. Zurück beim Wohni wünschen wir unseren Nachbarn eine gute Nacht. Das wünschen wir euch und uns auch.

Mittwoch, 05. Juni 2024

Die Strassenblockaden um Potosi sollten aufgelöst sein. Bevor wir losfahren, gehen wir aber erst nochmal baden. Herrlich entspannt fahren wir los in die 25 km entfernte Stadt. Gleich bei der Einfahrt nimmt uns das Chaos auf. An einer Tankstelle wartet eine 1 Kilometer lange LKW-Schlange auf Diesel. Zum Glück brauchen wir momentan keinen. Die Strasse ist dadurch eng, der Gegenverkehr nicht bereit zu warten, Hermi behauptet sich und fährt souverän vorbei. Beim Stadion, oben in der Stadt, gibt es einen Parkplatz, der bewacht ist, und auf dem man übernachten kann. Hier stehen wir nun für zwei Nächte. Nadine und Elias haben noch in einem Supermarkt eingekauft. Sie treffen kurze Zeit später ein. Nach einer Siesta spazieren wir hinauf ins Zentrum. Es ist noch ruhig, als wir am Hauptplatz ankommen. Schöne Gebäude aus der Zeit der spanischen Eroberer säumen den Hauptplatz und die umliegenden Strassen. Nach einem Getränk in einem netten Kaffee machen wir die Fussgängerzone unsicher. Der Kontrast zwischen modernen Geschäften und Indio Frauen mit Waren, die sie am Strassenrand anbieten, ist enorm. Die Luft ist Diesel geschwängert, staubig und reizt die Atemwege. Es gibt fast keine anderen Touristen. Wir vier fallen auf wie bunte Hunde. Eine Pause ist nötig. In einem Restaurant werden wir exzellent verköstigt. Erst kurz vor 18.00h machen wir uns auf den Heimweg. Zum Glück geht es bergab. Die Stadt ist nun richtig erwacht. Ein unglaubliches Gewusel überall. Wir kaufen in verschiedenen Geschäften noch ein paar Lebensmittel ein. Mit Eindrücken überfüllt, verabschieden wir uns von den anderen beiden. Diese Stadt hat uns gepackt, sie hat einen ganz eigenen Rhythmus. Morgen werden wir uns nochmal ins Getümmel stürzen. Für heute, gute Nacht.

Dienstag, 04. Juni 2024

Gestern Abend haben sich noch zwei Vans zu uns gesellt. Nadine und Elias kennen wir schon, das Paar mit dem Appenzeller Kennzeichen lernen wir heute kennen. Es gibt wie immer viel zu erzählen, die Abreise verzögert sich. Wir verabschieden uns mal wieder von Dagmar und Stefan und von den Schweizern Valeria und Tobias, hoffen aber auf ein baldiges Wiedersehen. Mit Nadine und Elias haben wir uns bei einer Tankstelle verabredet. Sie möchten auch nach Potosi. Wir düsen also gemeinsam los. Gleich nach Uyuny erklimmen wir die Berge, vorbei am Minenstädtchen Pulacayo geht es hoch, bis bei 4'237m der höchste Punkt von heute erreicht ist. Die Richtung ist Nordost. Die Ruta Nacional 5 ist in gutem Zustand, die durchschnittliche Höhe liegt bei 3'800 m.ü.M. Eine langgezogene Hochebene erlaubt es dem Blick weit zu schweifen. Entlang dem Rio Ollerias stehen auf knapp 3'700m Bäume. Bunte Felsen säumen die Strasse. Nach der Siedlung Tica Tica erwartet den Iveco die nächste Herausforderung, es geht von 3'600m hoch auf 4'035m und drüben steil hinunter auf rund 3'400m. Hier wachsen plötzlich überall Kakteen in wilden Formen. Am Fluss bei Pelca machen wir eine Pause und geniessen die angenehme, fast frühlingshafte Temperatur. Dem Rio Yura entlang geht die Fahrt weiter. Es folgt das Valle de Cactus, wobei hier nicht mehr der Gewächse stehen als vorher. Die Landschaft ist nun von starker Erosion geprägt. Ein Tal weiter folgt ein Feuchtgebiet, an dessen Rand sich viele Lamas tummeln. Es ist gesäumt von hellen Sanddünen. Auf der nächsten Anhöhe ein weiterer atemberaubender Blick. Hier oben, auf fast 4'000m steht eine Herde Kühe! Bei der Estancia Churata folgen schöne Canyons mit senkrechten Felsen. Die Straße schraubt sich nun wieder hinauf auf über 4'000m. Sie ist umringt von Felstürmen. Den zweithöchsten Punkt für heute erreichen wir bei 4'220m, nachdem wir Agua Castilla und den Minenort Porco rechts hinter uns gelassen haben. 20 km später biegen wir bei Rosario von der Hauptstrasse ab, um zu den gleichnamigen Thermen zu fahren. Es geht auf einer guten, aber steilen Piste hinab in ein Tal. Meine Güte, wie schön und abwechslungsreich war diese Fahrt heute! Bei den Thermen gehen Nadine und ich erstmal auf Erkundungstour. Wir werden freundlich empfangen und bekommen alles gezeigt. Zurück bei den Wohnis machen wir noch kurz ein paar Vorbereitungen fürs Abendessen und stürzen uns dann in die warmen Fluten. Es folgt ein vergnügter Abend zu viert mit Rösti und feinem Wein.

Montag, 03. Juni 2024

Wieder mal verabschieden wir uns von anderen Reisenden. In der Stadt ist die Wäsche noch nicht ganz fertig. Nicht schlimm, wir fahren zuerst zur Autowäsche. Hier ist warten angesagt. 3 Fahrzeuge sind vor uns. Als wir drankommen, müssen wir auf eine Rampe fahren. Ich habe nur schon Horror, selbst darüber zu laufen. Hermi meistert die Aufgabe problemlos, trotz meinen schlechten Handzeichen. Das D-Hai wird gründlich von unten gereinigt, anschliessend kommt die Kabine und das Chassis dran. Die Herren machen das super. Zum Schluss wird er noch trockengerieben. Wir dürfen Wasser füllen und duschen. Das es nun schon Nachmittag ist entscheiden wir uns, zurück auf den Stellplatz zu fahren. Auf dem Rückweg holen wir die Wäsche ab und kaufen Empanadas fürs Abendessen. Zurück am Zugfriedhof können wir noch in der Sonne sitzen. Dagmar und Stefan kommen zurück vom Salar und so plaudern wir noch eine Weile, bevor wir uns für heute verabschieden.

Sonntag, 02. Juni 2024

Nach dem Frühstück machen wir unsere Wäsche fertig und rumpeln in die staubige Stadt. In der Nähe der Militärstation parken wir und geben die Wäsche ab. Zeit für die Erkundung von Uyuny. Es ist Markt auf den Strassen im Zentrum. Man kann fast alles kaufen. Lebensmittelstände befinden sich in der Markthalle, Gegenstände des täglichen Gebrauchs werden direkt auf der Strasse verkauft. An einer kleinen Fussgängerzone, die von einem Uhrturm gekrönt wird, liegen diverse Restaurants. hier werden wir von einer einheimischen Familie angesprochen. Sie möchten ein Foto machen. Machen wir doch gerne! Irrtum, ich soll mit dem ca. 10-jährigen Sohn aufs Foto. Total verdattert erfülle ich den Wunsch, wo gibts denn sowas? Die nächste Strasse führt zu einem Rummelplatz mit Fahrgeschäften. Hier werden Kinder- und andere Träume war. Es gibt Schiessbuden, Lotteriespiele, Süssigkeitenstände und Spielzeug bis zum Abwinken. Garküchen bieten günstige Speisen an. Von der Parilla über Fisch bis zu Innereien von diversen Tieren wird alles angeboten. Wir gehen lieber in ein Restaurant und essen Pizza und ein paniertes Schnitzel. Zurück auf dem Stellplatz plaudern wir mit diversen Nachbarn, ziehen uns dann aber für eine Siesta ins Wohni zurück. Dagmar und Stefan kommen an, die wir in Iquique kennengelernt haben. Wir machen eine Foto Tour durch den Zugfriedhof und die Alteisenkunstwerke, gesellen uns anschliessend zu den anderen für ein Bier. Es wird bald zu kalt, wir ziehen um und plaudern zu viert noch eine Weile, im D-Hai, bevor es sich jeder in seinem Zuhause bequem macht.

Samstag, 01. Juni 2024

Es war kalt heute Nacht, mit Eisblumen an den Fenstern. Zum Glück lacht ab 7.00h schon wieder die Sonne und die Temperatur steigt schnell auf +10°C. Es sind noch 90 km bis nach Colchani. Die Gegend ist hügelig, die Strasse kurvig und weiterhin gut. Einige Vicunas kreuzen unseren Weg. Es ist der kleinste Vertreter der südamerikanischen Kamelarten und hat die feinste Wolle. Es ist nicht domestiziert und äusserst scheu. Bei einem Mirador machen wir Halt und sehen zum ersten Mal den Salar de Uyuny in der Ferne. Der Zugang zur Salzpfanne ist bei Colchani. Hier soll es auch eine Tankstelle geben, die Treibstoff an Touristen verkauft. Das ist nämlich in Bolivien nicht selbstverständlich. Tatsächlich ist es kein Problem. Wir brauchen nicht mal zu warten. Er verkauft uns den Liter für 6 Bolivianos = 78 Rappen. Sogar unseren Kanister können wir füllen. Nun geht es auf den Salar. Am Ufer ist Vorsicht geboten, wenn noch zu viel Wasser von der Regenzeit steht, könnte man einsinken. Zur Zeit ist es aber schon recht trocken. Wir fahren das Eingangsmonument mit einer Flaggenparade an und das Dakarmonument, wo die Rallye 2015 vorbei gekommen ist. Wenn ihr denkt, man ist hier alleine, täuscht ihr euch. Dutzende Tourjeeps stehen auf dem Gelände. Wir schiessen ein paar Fotos und fahren dann ein paar Kilometer hinaus in die Einsamkeit. Klar wollen wir auch ein paar Fun Pics machen. Wir haben bald genug. Es war ein schönes Erlebnis, aber der Wow-Effekt ist ausgeblieben. Zu gut erinnern wir uns noch an Nevada und die schöne Black Rock Desert. Weiter geht es ins 20 km entfernte Uyuny. Diese Stadt scheint bis auf die Fussgängerzone nur staubig, dreckig und chaotisch zu sein. Wir fahren kurz durch, um zu unserem heutigen Übernachtungsplatz zu gelangen. Es ist der Parkplatz des berühmten Zugfriedhofs. Neben uns steht das Fahrzeug der @unimognomaden. Wir lernen die beiden gleich kennen und sitzen kurze Zeit später in deren gemütlicher Sitzgruppe. Bis Sonnenuntergang unterhalten wir uns. Sie haben noch auf Freunde gewartet, die just in diesem Moment ankommen. Wir verabschieden uns für Heute. Die Fotos der Umgebung müssen bis morgen warten, da es schon zu dunkel ist.

Freitag, 31. Mai 2024

Es war eiskalt heute Nacht mit bis zu -9°C. Wir haben trotzdem gut geschlafen und machen uns ausgeruht auf die nächste Etappe. Die Ruta 430 führt am Lago Poopo vorbei. Die Strasse ist geteert und in recht gutem Zustand. Unterwegs treffen wir immer wieder auf Wegelagerer (Lamas). Das Altiplano erstreckt sich fast bis zum Horizont. Der Blick kann weit wandern. Erst am Ende des Sees wird die Szenerie interessanter, weil die Berge im Hintergrund näherkommen. Es ist gerade Mittag, als wir die Ruta 30 erreichen. Wir entscheiden uns deshalb, näher an den Salar de Uyuny zu fahren. 60 km später kommen wir am Valle de Rocas mit seinen speziellen Felsformationen vorbei. Kurz darauf finden wir unseren Übernachtungsplatz bei weiteren Naturkunstwerken. Es ist warm genug, um ein Weilchen in der Sonne zu sitzen. Schön war es heute wieder.

Donnerstag, 30. Mai 2024

Wir haben etwas unruhig geschlafen, aber es war ok, keine Anzeichen von Höhenkrankheit. Gegen 10.00h fahren wir los. Bevor wir auf die Ruta 12 einbiegen, füllen wir die Reifen wieder auf. Wir werden äusserst neugierig von einer Herde Lamas beäugt, die sich gerne für Fotos in Pose stellen. Kurz darauf erreichen wir Cochane. Wir erkundigen uns, wo wir Diesel bekommen können. Eine offizielle Tankstelle gibt es nicht. Nach etwas rumfragen werden wir zu einem kleinen Laden gelotst. Der nette Besitzer verkauft uns drei 20L Kanister zu je rund 25 Franken, weiter geht es zur Grenze. Hier fängt das Chaos an. Die Dame der Personenkontrolle will irgendeinen Zettel, den wir nicht haben. Nach einigem hin und her kommt aus, wir müssen diesmal erst den TIP vom Auto abgeben. Wir stellen uns also am Schalter an, aber da geht gerade gar nichts. Sie müssen erstmal einen Computer neu installieren. Endlich sind wir dran, schon wieder geht es um einen Zettel. Die Wartenden um uns schicken uns zu einem anderen Schalter. Da liegt der besagte Zettel, den wir ausfüllen müssen, es ist der obligatorische Laufzettel, damit man keinen der Posten auslässt. Zurück zum Beamten mit dem TIP. Der knallt nur einen Stempel drauf und schickt uns zur Passkontrolle. Hier steht inzwischen eine ganze Schlange von einem Bus. Warten ist nochmal angesagt. Ab jetzt geht es schneller, Pass aus Chile ausstempeln, der Beamte ist begeistert über die schönen Pässe. Am nächsten Schalter erhalten wir den Stempel für die Aufenthaltserlaubnis für 90 Tage in Bolivien. Nun geht es noch um die Zollabfertigung des D-Hai. Ein Zöllner möchte unsere Wohnung sehen und fragt nach frischen Lebensmitteln. Als ich den Kühlschrank aufmachen und zweigen will, was wir haben, winkt er schnell ab, auch gut! Nach 2 1/2 Stunden ist es vollbracht, die Schranke hebt sich und wir sind zurück in Bolivien. Ab sofort wird es auf der Ruta 12 noch einsamer. Ein paar kleine Siedlungen ziehen vorbei, sonst sieht man nur eine riesige Ebene mit wenigen Hügeln. Nur links von uns erheben sich noch ein paar Andengipfel. Die Strasse ist gut, es geht flott voran. Wir entscheiden uns, geplanten 170 km noch zu fahren. Um 17.00h treffen wir am Übernachtungsplatz bei Copacabanita ein. Er liegt an einer kleinen Lagune mit Flamingos auf 3'700 m.ü.M. Hermi wärmt Ravioli auf und dann erholen wir uns von den Strapazen dieses Reisetages bei einem Glas Wein.